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Montag, 14. April 2014

Flug OWFL - Ich war noch niemals in NY

Und heute, am 14.04.2014, da hätte sich das eigentlich geändert. 
Wir säßen jetzt gerade in London frisch umgestiegen in einem Flieger nach Chicago und wären dort später noch einmal umgestiegen Richtung NY!
Dort hätten wir eine wahnsinnig aufregende spannende Woche erlebt mit so vielen Eindrücken, um die mich besonders Freundin B schon seitdem sie wusste, dass wir fliegen so sehr beneidete. 
Ich hatte mir ausgemalt, wie wir lässig einen Hot Dog an einem dieser berühmten Stände mampfen würden, wie wir die Undergroundszene und das New Yorker Nachleben entdeckten und dabei die stylischsten Cocktails schlürften. Ich sah uns ein Stück am Broadway anschauen und Händchen haltend einfach nur staunend durch die Gegend laufen. 

Doch dann kam alles anders, wir entschieden uns für einen für uns noch viel größeren Traum und stornierten. 
Der Fluggesellschaft war das ziemlich piepsegal, weswegen wir unsere Flüge, die wir letztlich nicht antraten, trotzdem zu 90% bezahlt haben. 

Doch wir wollten unser Wunder. Wir gingen diesen Weg. 
Zusammen. Händchen haltend. Miteinander. 
Ganz am Ende des Weges wurde ich sehr müde. 
Hoffnung wich und die Trauer darüber, dass wir dieses Wunder nicht jetzt erleben würden, zog schon ein, bevor wir es schwarz auf weiß wussten. 

Was blieb war der Gedanke, jetzt im Nachhinein NICHTS zu haben. 
Kein Wunder. Und auch kein Trostpflaster. Kein NY!
Und vor allem schwirrte in meinem Kopf unentwegt diese panische Angst herum, dass wir vom Pech verfolgt werden könnten. 

Und dann wurde mir schlecht. Schwindelig. Und ich bekam Herzrasen und Atemnot, wenn ich nur wenige Treppen lief. 
Zudem war ich unentwegt müde. Müde. Müde. 
Doch ich traute mich nicht daran zu wagen zu glauben. 
Bis ich es nicht mehr aushielt. 
Und wir beide fast ungläubig auf das Ergebnis starrten und starrten. 

Heute um 7:25 Uhr wären wir an Bord gegangen. Aufgeregt. Wibbelig. Ich zumindest. 

Stattdessen habe ich dich heute zum allerersten Mal schon erahnen dürfen und bin mit meinem Mutterpass aus der Praxis gelaufen, während die Tränen nicht mehr zu unterdrücken waren. 

Und das ist viel besser als NY!
Denn du bist bei mir an Bord, kleines Molekül, und das ist DAS SCHÖNSTE und GRÖßTE und AUFREGENDSTE Abenteuer, welches wir uns vorstellen können. 

Der 14.04.14: Ein Tag des Wunders! 

Samstag, 12. April 2014

Und noch mehr Eier in einem Posttitel/Es hat alles einen Sinn

Das Eierfärben war mitunter das Anstrengendste, was ich mit ihnen hätte machen können. 
Ich habe wirklich mehrfach anfangs motzen und fluchen müssen. 
Und war danach fix und fertig. 
Kennt jemand den Song "Stups, der kleine Osterhase"? 
Der wippt in der Osterhasenschule auch ganz gern mit seinem "Stuhle"!
Ich schwöre, das Stuhlwippen war noch das Harmloseste. 
Die Plastikbecher, die zum Färben gedacht waren, hatte jeder Schüler als erstes an seinen Mund gesetzt.  
Dann - nachdem es ewig lang dauerte bis sie kapiert hatten, dass die Tante Herzmolekül jetzt gleich nicht zum Bier einschütten vorbeikommt - als die Farbe also endlich im Becher war, ließen sie die Eier einfach in die Becher plumpsen! Und einhändig wurden sie wieder rausgeholt. Der Becher wackelte und ich mopperte wieder, dass man ja wohl durchaus auch seine zweite Hand zum Festhalten benutzen könnte!
Aber keiner dieser Wilden schien das zu verstehen. Zumindest schauten sie mich immer nur verständnislos an. 
Mein Lieblings-What's Apper meinte dann auch noch:"Boar, Frau Herzmolekül, Sie wollten was Schönes mit uns machen, aber sie meckern wallha nur!"
Ich erklärte ihm dann, dass es daran liegen könnte, dass sie unentwegt nicht zuhörten, ihre Becher ständig mit ihrem Mund anlullen würden, die Farbpatronen bereits irgendwie massakerähnlich bereits aufgeschnitten wurden, die Tische  dementsprechend versaut waren und er nur mit dem Stuhl zurückgelehnt wie ein Wahnsinniger wackeln würde! 
Lasst es an den zu vielen Informationen liegen, jedenfalls hat er dann nichts mehr gesagt. 
Prinzessin B war konsequent, seitdem sie wusste, dass wir Eier färben angeschnippt, zog ihren arrogantesten Schmollblick durch und verschränkte mit rollenden, selbstverständlich tiefschwarz geschminkten Augen demonstrativ die Arme! 
Warum? 
Weil sie meine Überraschung echt scheisse fand. 
Am Mittwoch hatte ihnen eine meiner Kolleginnen versucht den letzten Tag schmackhaft zu machen, indem sie ihnen sagte, dass ich auch etwas richtig Schönes mit ihnen machen würde. 
Seitdem wurde ich natürlich, besonders von Prinzessin B (in Wahrheit nenne ich sie übrigens "Dramaqueen Whitney Huston für Arme" und das macht sie immer seeeeeeeehr sauer, obwohl ich mir zu tausend Prozent sicher bin, dass sie die gute Whitney nicht mal kennt!) gelöchert. Aber ich blieb hart und nur als sie in ihrem Prinzessinnenwahn schon ganz sicher war, dass ich mit ihnen definitiv in einen hiesigen großen Freizeitpark fahren würde, musste ich kurz zumindest den Hinweis geben, dass was auch immer im Klassenraum stattfinden würde. 
Die Diva winkte aber nur ab und meinte, dass sie sich soooooo sicher wäre, dass ich mit ihnen einen Ausflug machen würde und grinste mich dabei auch dermaßen selbstsicher an, dass jegliches Dementieren zwecklos war. 
Vermutlich war sie in ihren Gedanken nun bei Helikopterrundflügen, Shoppingtrips zum türkischen Basar, um die 25. gefakte Louis Vuitton zu ergattern oder was weiß ich. 
Jedenfalls war sie sowas von angepisst und verhielt sich ihrem Spitznamen entsprechend. 
Also auch anstrengend. 

Und dann gab es da die Kategorie: Von waschen, geschweige denn mal ein Deo zumindest zum Übertünchen zu benutzen, halte ich mal gar nichts! 
Die darf man ja nicht ausschließen, obwohl mir wirklich danach war: "Hey Sorry, mein Lieber, aber es gibt hier ein sehr strenges Eierreinheitsgebot und du bist leider außerhalb der Norm dessen, was man als rein bezeichnen könnte!"
Aber da ich ja tendenziell eher nett bin, musste ich die Muffel dann auch in eine Eiergruppe packen. Und es kam mir auch nur ein ganz klein wenig was hoch, als ich ihnen die heißen, etwas feuchten Eier hinstellte, sie diese mit ihren Maulswurfsschaufeln anfassten und sich die Schalen sofort schwarz färbten und beim Anheben der Eier mir noch zusätzlich dieser Mix aus drei Monaten ungewaschener Kleidung und ebenso altem Körpergeruch, wie Schweiß und anderen Ausdünstungen entgegenwehte! 
Na????? Ist euch jetzt vielleicht auch übel? 
Das nennt man dann wohl Empathie oder so? :)

Jedenfalls war es das letzte Mal!
Ich habe daraus gelernt. 
Das war es! 
Es wird nur noch Jenga und UNO gezockt, wenn ich man am letzten Schultag was "Schönes" machen möchte! 
Das lieben sie. 
Da sind sie alle ruhig und konzentriert. 
Und da werden meine Nerven wirklich definitiv mehr geschont!
Und falls ich hier jemals wieder solche Ambitionen anklingen lasse, bitte erinnert mich an diesen Post! 
Danke! 
Ansonsten bleibt mir nur zu sagen:
Kirmes weiterhin im Kopf! 

Und mein Herz...das tanzt! 
Ganz aufgeregt! <3





Mittwoch, 9. April 2014

Sorry, ich habe heute leider keine Lust auf schlechte Nachrichten!

Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön!

Ja gut, soooooo grandios ist das jetzt nicht, wenn der Kopf bei der kleinsten nach unten Bewegung Wellengang hat. 
Vor allem ist das nicht schön, wenn ich mir Morgens kopfüber einen Wuschelzopf machen möchte. Aber es gibt ja schließlich Waschbecken, an denen man sich während der stürmischen Hin und Herschaukelei gut festhalten kann!

Was das alles soll?
Ich weiß es nicht. 
Ich hätte es ab heute herausfinden können, aber irgendwie bin ich dazu gerade noch nicht bereit. 
So wie es ist, so ist es für mich naja, nicht supertoll, aber dafür darf ich noch einen  kleinen Fetzen lang glauben. 
Und bei SCHWARZ auf WEISS, gibt es diesen Senfkorn Hoffnung nicht mehr. 
Und dazu bin ich jetzt noch nicht bereit. Klingt ambivalent, weil die meisten sich diesen besagten Tag X herbeisehnen und ich es ja letztlich auch tue. 
Aber gleichzeitig gefällt mir die Vorstellung, dass es jetzt vorbei ist, überhaupt nicht. 
Und ja, ich schreibe viel über das Optimistisch sein und ich schwöre, das bin ich auch. Aber ich als kleine Traumtänzerin will genau deshalb jetzt nicht, dass mir meine Zuversichtlichkeit von der manchmal doch recht grausamen und niederträchtigen Realität genommen wird. 
Es erscheint vielleicht komisch, aber genau so ist es! 
Und deshalb nehmen wir uns jetzt noch ein paar Tage. Entweder mein alter Körper sendet mir bis dahin deutliche Signale oder eben nicht. 
Wie auch immer: Die Wahrheit kommt ans Licht!
Und so bewusst ich mir dessen natürlich bin, so klar ist mir auch, dass ich dann furchtbar viel Aufmerksamkeit und Kuschelei und Champus und Malzbier und Schokolade und Herzmolekülpflege für mich beanspruchen werde!
Und dann geht es weiter. Natürlich. 
Weil es das immer tut. 
Aber solange mein Körper mir diese Tage noch schenkt, nehme ich sie einfach mit und habe so vielleicht noch zwei Schultage bis zu den Ferien, in denen ich mich nicht mit dem "Warum?" auseinandersetzen muss. 
Und das ist ganz gut, denn ich habe noch viel vor. So werden wir am Freitag nämlich Ostereier färben (und zwar nicht nur ödeschnöde Hühnereier, sondern auch Gänse-, Wachtel- und Enteneier!). Und dazu braucht es bei meinem Klientel, welches euch nun auch langsam bekannt ist, sehr viel Geduld und Kraft und so weiter! 

Und so schließt sich hier der Kreis:
Am Anfang war dann doch das Ei! 

In diesem Sinne

Liebe eierförmige Herzmolekülgrüße

von eurer Penny <3


Montag, 7. April 2014

Pass auf, dass du mich hier nicht richtig auf die Palme bringst, Schätzeken

It's mir übel. Und it's mir schwindelig. 
Tschüss Kreislauf. Hallo Ohrenrauschen!

Ähm ja, ich komme jetzt gerade nicht klar. 
Um kurz nach 12 war ich von der Schule so fix und fertig, dass ich mich mal kurz "ein Stündchen" hinlegen musste. 
Wach wurde ich dann jetzt um kurz nach drei. 
Peinlich.
Könnte aber auch daran liegen, dass ich bis halb zwei heute Nacht Arbeiten korrigiert habe und dementsprechend wenig Schlaf hatte. 
Jedenfalls schlug ich gerade klatschnass geschwitzt die Augen auf und merkte schon im Liegen, dass da jetzt was ganz Komisch läuft. Oder besser: Dass da nicht viel läuft. 
Und beim aufrechten Hinsetzen zog es mir dann echt die Schuhe aus. Rumsfallera, Drehkreisel. 
Mit Ach und Krach schleppte ich mich jedenfalls aus dem Bett und taumelte Richtung Schultasche. Diese griff ich dann und trug sie frohen Mutes dorthin, wo ich jetzt eigentlich seit knapp 45 Minuten sitzen und Fehlzeiten und Noten meiner Klasse zusammenrechnen wollte. Eigentlich. Wollte. 
Denn in Wirklichkeit rauscht es ja in meinen Ohren und mir ist latent kodderig, weswegen ich auf der Couch liege. Halb den Kopf hoch und darauf bedacht mich nicht gleich zu übergeben. 
Ich fürchte aber, sobald ich aufstehe, werde ich diesen Kampf verlieren. 
Hah, ich habe es probiert. Und ohne Ferkelei geschafft zum WC zu torkeln. Und ne, ich schwöre ich bin ganz nüchtern, sogar ohne von einer Spur Malzbier im Körper. 
Und weil ich hier so nichtstuend herumlungere, während die Welt vermutlich schon einmal das Haus frisch durchgewischt hat, die Wäsche fein säuberlich zusammengelegt oder gar gebügelt hat (übrigens alles Dinge, die auch auf mich noch warten), dachte ich mir, dass ich doch zumindest diese unfreiwillige Auszeit nehmen könnte um in aller Öffentlichkeit Folgendes kundzutun:

Lieber 34 Jahre alter Körper,

verarsch mich nicht!
Lass das! Sofort!
Führe mich nicht so hässlich hinters Licht!
Sei einfach ehrlich!

Deine Penny, die immerhin ja gewissermaßen deine Besitzerin ist und dich gegebenenfalls auch richtig derbe zurichten darf!

Samstag, 5. April 2014

Wie schreibt man einen Post, in dem Van Buyten und Britney Spears vorkommen?

Daniel van Buyten ist Belgier. 
Das bemerkte ich gerade ziemlich verwundert, als ich ihn in mein WM PANINI Album klebte. Also für mich ist er weiterhin übrigens Niederländer. Auch wenn Klugscheißer Herr Herzmolekül mir versicherte, dass der schon immer Belgier war. Ne, ich lass mich da nicht beirren. Meine Meinung gefällt mir besser. Und deswegen wohnt er jetzt zwar auf der Seite des belgischen Teams, fühlt sich dort aber höchstwahrscheinlich total unwohl, weil er gar kein Flämisch spricht. Tzzzt, mir schnuppe. Leiden kann ich den ohnehin nicht. 
Klebt hier noch jemand Paninibilder?
Ich habe von 75 Bildern 10 doppelte dabei. Das entspricht zwei Tüten. Und das wiederum ist ziemlich viel. Aber ich kenne das ja schon. Und lasse mir weiterhin gerne Tütchen schenken oder mitbringen. Das geht dann so:"Wenn du jetzt in den Kiosk gehst, bleibe ich im Auto, ne?"
"Klar. Soll ich dir was mitbringen?"
"Ja. Überrasche mich bitte!" <Augenzwinker>
Und er überrascht mich auch ziemlich gerne. Denke ich. Und ich falle ihm dann um den Hals und freue mich schon, wenn ich später die Tütchen liebevoll aufreiße, die Bilder erst wie beim Memory umgedreht hinlege und sie dann ganz gemütlich der Nummernfolge nach sortiere. Hach, ist das herrlich meditativ!
Ergeht es noch jemandem so?

Zurück zum Erwachsenenleben. 
Ich meine das, was derzeit etwas anstrengend ist. 
Also das, was aus etlichen Klassensätzen Arbeiten besteht, die auf ihre Korrektur ungeduldig warten. Denn am Montag ist Listenschluss für die Quartalsnoten. 
Und falls einer fragt: Jepp, ich habe gerade keinen Bock! Zwei Klassen sind schon durch, nun warten noch weitere zwei. Und die haben es in sich. Ich sage nur: Interpretationen von Kurzgeschichten! Klingelt da was? Wer sich an seine Schulzeit zurück erinnert, wird dies entweder in dem Moment mit Würgereiz oder Glücksgefühlen tun. 
Ich hatte letzte Tage beim ersten Überfliegen tendenziell eher mit ersterem zu tun. Nervig. Unspaßig. Pfui!!
Egal. Muss gemacht werden. Gehört eben zum Erwachsen sein dazu. 
Trotzdem verschränke ich die Arme und stampfe auf:"Bäääh, ich will nicht!"

Und dann war da noch die Sache mit der dreitägigen Klassenfahrt. 
Die musste ich auch erst einmal einige Tage verdauen.
Ich schrieb ja bereits von ein paar kurzen Dialogen, die sich potenziert etwa 345742 Mal so oder so ungefähr ereigneten. 
Dazu kamen erzieherische Maßnahmen wie das Üben von einfachen Benimmregeln. 
"Mach die Kappe beim Essen ab!"
"Benutze einen Teller um dir ein Brot zu schmieren!"
"Kau mit geschlossenem Mund und sprich nicht dabei!"
"Zieh die Jacke beim Essen aus!"
"Stütz nicht deinen Kopf auf, während du 
lustlos deine Nudeln isst!"
"Nimm die Tasse IN die Hand und gehe nicht mit dem Kopf zum Tisch, um aus der Tasse ohne deine Hände zu benutzen zu schlürfen!"
"Wasch dich nach dem Sport und generell jeden Tag!"
"Zähne heute schon geputzt?"
Und so weiter und so fort. 
Und das wirklich erschreckende: Wir sprechen hier über Schüler, die mindestens 17 Jahre alt sind. 
Und die von daheim solche grundsätzlichen Verhaltensregeln nicht kennen. Soziale Verwahrlosung fängt genau dort an! Und macht mich traurig.  

Und dann gab es noch diese Momente, in denen wieder mal deutlich wurde, welch schwere Rucksäcke die meisten Schüler zu tragen haben. 
Und auch das macht mich traurig. 
Wir machten unter anderem am Ende einer Einheit eine Traumreise. 
Sie sollten alle in einen Heißluftballon einsteigen und von einer schönen grünen Wiese in ein Abenteuer starten. Es ging über Wiesen und Felder, bis wir an ein kleines Haus kamen. Dort ging jeder für sich hinein und fand ein Fotoalbum vor. Es wurde geblättert. Auf der ersten Seite sah man seine Geburt. Bilder des Glücks. Familienangehörige, die sich freuten, dass man endlich bei ihnen in der Familie angekommen ist. Und so ging es Seite für Seite weiter: Die Kindergartenzeit. Grundschule. Alles auf Bildern im persönlichen Album festgehalten. 
Und dann sprang einer der Jungen, ein äußerlich so selbstbewusster, so ein Typ "Mega-Cooler", immer im Muskelshirt sich präsentierend, immer witzig, vorlaut und zappelig tränenüberströmt auf und verließ laut schluchzend und verzweifelt den Raum. 
Er hatte es nicht ausgehalten sich weiter seinen Bildern und seiner Lebensgeschichte so nah auszusetzen. Da waren Bilder, die furchtbar wehtaten, ihn in ihrer Heftigkeit umhauten und seine harte Fassade mächtig erschütterten. 
Und so unfassbar es auch war, dass gerade er mit dieser Konfrontation nicht zurechtkam, so stolz war ich auch auf ihn, dass er sich so fest auf diese Traumreise hat einlassen können und dass er somit diese tiefen Gefühle hat offen zeigen können. 
Denn nach wie vor bin ich der Meinung, dass es gerade für junge Menschen (und besonders für junge Männer) mit das Mutigste ist, wenn sie ihre Masken ungeniert fallen lassen und einfach sie selbst sind. 
Und das hat er getan. Ohne dass ihn jemand dafür krumm angeschaut hat. Ohne dass er deswegen seine Würde verlor. 

Und dann waren da noch die pubertären Kindereien. Jungs, die bei den Mädchen ins Zimmer einfielen. Sich auf deren Betten rumfletzten, sich ungebeten an den Zigaretten bedienten und Mädchen, die deswegen dann ziemlich böse wurden und mich dann zur Hilfe holten. 
Ich versuchte den Diebstahl natürlich aufzuklären, mahnte, dass man sich so in fremden Zimmern nicht verhält und als die Mädchen schon triumphierend lächelten, sagte ich auch ihnen, dass die ziemlich plemplem wären, denn wenn man nicht wollen würde, dass jemand ungebeten ins Zimmer kommt, könnte man auch dieses einfach abschließen. 
Das fanden sie wohl auch schlüssig und der Streit war somit geschlichtet. 

Und dann habe ich wohl offensichtlich auf meiner Stirn stehen:"Liebesberatung für Jugendliche oder Willse Eine klarmachen, frag die Herzmolekül".
Jedenfalls musste ich öfter darum bitten, dass ich jetzt nicht weiter darüber gezwungen werde nachzudenken, wie Hans und Franz an die Nummern von Gina und Pina und Lina und Nina gelangen. 
Das wollte aber irgendwie keiner der Jungs einsehen und so nervten sie weiter. 
Ach ja, und getanzt habe ich auch. 
Und zwar zu Britney Spears, den alten Backstreet Boys und Spice Girls. 
Die wurden nämlich in der Burgdisko aufgelegt und nach 1,5 Stunden Gangstermusik war das einfach notwendig! Außerdem war das die einzige Möglichkeit nicht mit der Anmach-Thematik belästigt zu werden. 
Weil unsere Schüler nämlich rein gar nichts mit "Baby, One More Time" und Co. anfangen konnten!

Alles in Einem war es wie gesagt schön. Und auch schön anstrengend. 
Und deswegen muss ich jetzt mal ein Päuschen von der Schule haben. 
Noch eine Woche, dann sind endlich Osterferien!

So, ich muss mich jetzt mal mental auf das Spiel gegen die blöden Schalker vorbereiten und wünsche deswegen allen ein zuckersüßes Wochenende. 

Macht jemanden klar. Und verratet mir dann was das überhaupt heißt. 
Oder macht jemandem etwas klar. 
Lasst eure Herzmoleküle herumflattern oder sperrt sie weg. 
Für was auch immer ihr euch entscheidet: Es ist richtig. 

Eure Penny, die gestern zwei Fensterputzer im Haus hatte und nun wieder klar schauen kann! 


Mittwoch, 2. April 2014

Tragik ist Komik in Spiegelschrift

Zu erzählen hätte ich natürlich Etliches: Richtig Tragisches. Wirklich Komisches. Tatsächlich Unterhaltsames. Absolut Unglaubliches. Einige Widerwärtigkeiten. Kindereien. Was die Abkürzung LP bedeutet (ratet doch mal!). Schlafloses und Malzbieriges aus der idyllischen Dorfkneipe neben der tollen Burg.

Außerdem müsste ich noch am Hans-Peter oder mittels diesem das übergroße Burgbild minimieren, denn das frisst sich ja ziemlich unschön durch die rechte Blogseite. 

ABER:

Ich bin ganz extrem müde! Müde! Müde!
Und deshalb müsst ihr euch nun entweder gedulden und nochmal vorbeischauen. 
Oder euch gedulden und nie mehr wiederkommen, weil die Herzmolekül echt lahm ist. 
Oder euch nicht gedulden und eure Fantasie spielen lassen und euch zu oben genannten Schlagwörtern eine dementsprechend unterhaltsame Geschichte zusammenreimen. 

Für was auch immer ihr euch entscheidet, lasst es mich gerne wissen. 

Ich sehe jetzt noch (leider) dem Dortmunder Untergang einige wenige Minuten zu und dann lasse ich mich von meinem Herzmolekülmann Huckepack ins Schlafgemach transportieren. 

Müde!!!! Sagte ich das schon?

Liebste Grüße


Dienstag, 1. April 2014

Sagt mal von wo kommt ihr denn her?

Wir wohnen auf einem traumhaften Wasserburggelände. Das Wetter spielt mit. Die SchülerInnen sind bis jetzt recht pflegeleicht. Bis eben war "Kinderdisco"! Und hier sind wirklich extrem viele coole Jugendgruppen mit noch extremeren Gruppen-T-Shirts. Wie zum Beispiel "Die Schlumpfkinder"! Man könnte nun mutmaßen, dass es sich um jüngere Kinder handelt, aber nein, es sind FSJler, also solche, die ein freiwilliges soziales Jahr machen. Und irgendwie sehen die mit ihren blauen Schlumpf-Shirts aus wie eine Kindergartengruppe.
Da lobe ich mir unsere Jungs und Mädels, übrigens in dem Verhältnis 16:5, die alle in Joggingpeitsche bis Lederoptikleggins gekleidet sind und die zwischen den erzkatholischen Angebergruppen wirklich auffallen. Richtige Exoten sind sie hier in diesem 2000 Seelen Dorf, wo sich Hase und Igel noch dezente Nachtküsschen geben und die Welt noch in Ordnung ist. Aber ich finde das richtig. Genau richtig. Unsere Multikulti-Jugendlichen gehören hier ebenso hin, wie die Spießer. Und cooler, ehrlicher und herziger sind sie sowieso. 
Ich könnte hier noch einige Anekdoten des heutigen Tages zum Besten geben, aber ich bin wahrhaftig platt. So ein bisher 16 Stunden Fulltime-Lehrerjob ist nicht ohne. Und da ich mit den Mädels auf einem Gang schlafe, hier seit 0 Uhr Nachtruhe herrschen soll, ich jedoch vor meiner Tür lautstarke Gibbeleien und Jungenstimmen vernehme, muss ich das auf ein anderes Mal verschieben, weil ich hier jetzt für Ordnung sorgen werde! 

Deshalb nur zwei kurze Dialoge, die aber - jeder für sich - besonders sind. Der erste besonders bekloppt. Der zweite besonders herzig. 

"Ey, Frau Herzmolekül, isch hab gerade Mädschen klar gemacht!"
"Was heißt bei euch eigentlich klar machen?"
Stille
"Jetzt sag doch mal, was meinst du damit? Knutscht man beim Klar machen oder tauscht man Nummern aus?"
"Ganz ehrlich? Isch weiß es jetzt nicht so genau! Isch mache die halt klar!"


Eines der Mädchen gerade auf dem Flur
"Frau Herzmolekül, haben Sie Ihren Mann vermisst?"
"Wieso denn haben? Ist er jetzt hier?"
"Ne, ich meine vermissen Sie ihn?"
"Ja, klar!"
"Dann kommen Sie ruhig zu mir und wenn es sehr schlimm wird, dann tröste ich Sie!"

Und weil die Burg wirklich sehr zauberhaft ist, gibt es noch ein Bild!

Mehr ist heute nicht drin. 
Ich brauche Schlaf! 

Romantik pur oder?

Mit absolut müden Molekülen verabschiede ich mich und sage: Schalten Sie bald wieder ein beim absolut wahnwitzigen Tanz der Moleküle!

Schnarch und weg

Penny