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Donnerstag, 27. Februar 2014

Zu viel Filmmaterial in deinem Mixtape, Herz/Tanz der Moleküle

Das Herz. 
Erträgt. 
Schlägt und schreit. 
Wenn der Eine es rappt. 
Und der Andere es fühlt. 
Es klopft.
Und rast. 
Und blutet. 
Und wenn alles stimmt. 
Und die Herzmoleküle nur so glühen. 
Dann regnet es Funken aus ihm. 
Dem kleinen, roten Organ. 
Pass gut darauf auf. 
Es braucht dich nämlich dafür. 
Oder gib es jemandem in die Hand. 
Der es behutsam und liebevoll für dich verwahrt. 
Der es pflegt, wenn es blutet. 
Der die Narben cremt, wenn sie reißen. 
Hast du so jemanden?
Dann scheue dich nicht 
zu sagen:
Hier ist mein Herz. 
Kümmere dich darum. Bitte. 
Und dann lege es ihm in die Hand. 

Lass ihn deinen Herzschlag fühlen. 
Lass ihn deinen Herzschlag hören. 

Und du wirst sie sehen können:
Deine Herzmoleküle. 
Wie sie in die Luft schweben. 
Und mit den Sternen eins werden. 
Während dein Beschützer es in den Händen hält. 
Schaust du deinen Molekülen hinterher. 



Mittwoch, 26. Februar 2014

Da er das Runde so lässig und wundervoll ins Eckige kloppt...

Ähm, kurze Frage:

Weiß irgendjemand, ob dieser Bale ab August 2014 Zeit und Lust hat für ein paar echte, aber leider wenige Euronen (sozusagen für einen guten Zweck) an der Weser Fußball zu spielen?
Ich denke grün-weiß würde ihm schon stehen. Ganz in echt!

Hat der what's app?

Zwischen Grammatikübungen, Kaugummi kauen und dem ganz normalen Wahnsinn des Lebens

Lehrerkonferenzen, in denen die unsinnigsten Dinge erzählt und auch abgestimmt werden (und die Ewigkeiten lang sind!)
Eine Schülerin, die einen Mitschüler zunächst völlig unmotiviert auf's Übelste beleidigt, ihn vor lauter Wut fast die Treppe runterschubst und im Anschluss daran eine schauspielerische Glanzleistung darbietet, mit Weinerei (und somit komplett verschmiertem Kajal-Mischmasch im Gesicht) und der Behauptung der Junge habe sie geschlagen. 
Ein weiterer Schülerstreit, der dazu führte, dass der eine davon sich der Hilfe seiner drei polnischen und 4 bulgarischen Freunde bediente, jene dann auf das Opfer (einen schmächtigen harmlosen Jungen) warteten. 
Soziale mutige Interaktion zweier Mitschüler, die auf die Schlägergang zugingen um sie von ihrem Vorhaben abzuhalten. 
Ein derart unruhiger Schüler, der mit seinem heute wieder potenzierten ADHS den ganzen Deutschunterricht versuchte!!! zu stören. 
Und letztlich, der heutigen Gesamtsituation geschuldet, ein erschwertes Unterrichten, weil ja wieder mal so viel zu Verarbeitendes passiert ist. 
Ausnahme?
Nein. Der ganz normale Wahnsinn. 
Jeder Tag ist etwas Besonderes, weil er anders ist als gestern. 
Und vorgestern. 
Und der Tag davor. 
Und es ist nicht der schnöde Stundenplan, der dies verantwortet. 
Es sind die Menschen. 
Die Individuen. 
Und so unterschiedlich sie auch sind.
So verhaltensauffällig (oder -gestört) sie auch sein mögen. 
So emotional stressig und anstrengend das auch sein mag. 
So ist es doch auch mein Beruf, den ich sehr liebe. 
Und das macht es doch letztlich aus:
Den Unterschied zwischen "Ich muss morgen zur Arbeit" und "Ich fahre jetzt zur Schule, es wird wieder heftig heute werden, aber es wird auch schön und gut. Und spannend. Und lehrreich. Auch und manchmal sogar besonders für mich!"

Dienstag, 25. Februar 2014

Ein 6er plus Zusatzzahl ist wahrscheinlicher

Also ich will ja jetzt nicht auf die Kacke hauen oder so, aber...

Ich hatte eine wichtige Frage. 
Deswegen rief ich bei meiner Sachbearbeiterin an, denn sie hat heute ihre zweistündige Sprechstunde und ich in dieser Zeit keinen Unterricht. 
Leider schellte und schellte es vergebens. 
Für mich war das eigentlich schon klar. 
Landesamt. Beihilfe. Sachbearbeiterin. 
Okay. 
Dann klingelt plötzlich mein Handy und ich dachte ich sehe nicht richtig: D'Dorf am Rohr!
Da ruft sie mich tatsächlich von sich aus zurück?
Und dann ist sie auch noch zuckerfreundlich (süß kann ich nicht schreiben, denn sie hat eine Stimme wie Frauenknast-Walter) und hilft mir sogar wirklich gerne weiter!!!
Ein dreifaches Halleluja!
Ich erbitte mir einen lauten Beifall von all jenen, die das hier lesen! 
Danke!  

Wie die Sucht die bedeutungsschwangere "Heilige Einfältigkeit" vertrieb

So, man merkt: ich bin wieder süchtig.
Absolut der Blogsucht verfallen. Aber ich schäme mich dafür nicht. Also nicht mal ansatzweise, nur damit wir uns hier nicht falsch verstehen.
Dafür schämte ich mich für eine andere Sucht jahrzehntelang. Ganz im Ernst.
Ich oute mich hier gerne: Ich war eine Abhängige. Ein Junkie.
Boar, jetzt sehe ich regelrecht wie die Hirnwindungen rattern..."Was und die ist Lehrerin?"..."Wow, mutiges Bekenntnis, hätte ich nicht gedacht"..."Passt (gar nicht) zu der, wie die schon schreibt"...und so weiter.
Aber was soll ich machen?
Ich habe seit meinem 15. Lebensjahr das Zeug genommen. Ohne Wenn und Aber. Ohne mir über weitere Auswirkungen Gedanken zu machen.
Ich war abhängig und neigte sich das Fläschen dem Ende zu, wurde ich panisch und sofort setzte der Albtraum ein: verstopfte Nase.
Und eine verstopfte Nase war mitunter das Allerfieseste, was ich kaum ertragen konnte.
Vor allem nachts war es schlimm. Ich konnte und musste alle paar Stunden im Tiefschlaf sprühen, um ja nicht diese Nasenlochverstopfung zu bekommen, die dann für einen trockenen Hals sorgte, was wiederrum für schlaflose Nächte gesorgt hätte.
Ich kann an dieser Stelle gelassen "hätte" schreiben, denn es kam so gut wie niemals dazu, dass ich keinen Schlafvorrat von meinem Suchtmittel hatte.
So vergingen also die Jahre und mein Nasenspray war ein treuer Begleiter.
Ich achtete darauf, nicht zwei Mal hintereinander in der gleichen Apotheke meinen Stoff zu kaufen, weil diese Belehrungen: "Denken Sie bitte daran, dass es hööööööööchstens eine Woche angewendet werden darf!" mir irgendwann wie purer Slapstick vorkamen.  
Irgendwann wurde ich abgezockter und kaufte in meiner Stammapotheke selbstbewusst und permanent ein. In etwa so wie Alkoholkranke es machen, wenn sie bei Edeka an der Kasse mal wieder den nächsten Kurzen brauchen und dann lässig noch andere Backzutaten auf´s Band legen, damit man bloß denkt:"Oh, da backt wohl jemand."
Letztes Jahr im Januar dann, nachdem ich während eines Stadtbummels völlig begeistert jubelte, weil ich auf einem Werbeschild einer Apotheke las, dass mein Hausnasenspray gerade im Angebot sei und ich mich dabei ertappte, dass ich tatsächlich überlegte gleich eine ganze Menge "Mensch, was für ein Schnapper. Soll ich nicht besser 5x davon kaufen? Wäre doch für alle Beteiligten das Beste..." von meinem Suchtmittel zu kaufen, da zog ich die Reissleine.
Konsequent. Und machte einen kalten Entzug.
Und der - das wird jetzt vermutlich doch verwundern - war easypeasy.
Ich schmiss das noch vorhandene Nasenspray weg und kaufte kein Neues.
Ich stiefelte gelassen ins Bett und "litt" vielleicht 3 Tage an einer etwas verstopften Nase.
Danach war es vorbei. Ich war geheilt und feierte mich bereits nach der ersten Woche Abstinenz, beziehungsweise erwartete ich, dass Herr Herzmolekül dies täte.
Tat er aber nicht, denn er traute dem Braten anfangs verständlicherweise nicht.
Wer knapp 20 Jahre der Sucht verfallen ist, der wird niemals clean.
Und irgendwie spornte mich das natürlich noch mehr an.
Ich testete mich und ging weiter in meine Apotheken.
Zu Anfang schaute ich schon selbstverständlich zum geliebten Snup oder ADG oder Otriven (ich war nicht sehr wählerisch!), ließ es aber immer dort.
Nach einigen Monaten feierte Herr Herzmolekül mich dann auch ab. So richtig.
Aber er ermahnte mich auch:"Nein, Penny. Du bist nicht geheilt. Du bist nur trockene Nasenspraysüchtige!"
Wobei das irgendwie gar nicht wahr ist. Isch ´abe gar keine trockene Nase, Senor!

Jedenfalls hatte ich in diesen Tagen mein Einjähriges.
Ich habe zwar keine Marke oder Anstecker bekommen, aber ich erfreue mich jedes Mal daran, dass ich das durchgezogen habe.
Und ziehe den Hut vor all denjenigen, die es mit einer anderen, durchaus heftigeren Sucht zu tun hatten, und es schafften!

Und ich bedanke mich bei dem rosa Zettelchen.
Auf dem wurde nämlich kein Nasenspray verordnet und davor hatte ich schon ein wenig Angst!
 

In diesem Sinne wünsche ich euch klare Moleküle für den heutigen Tag

Penny

P.S.: Ursprünglich wollte ich aus gegebenem Anlass was über die "Heilige EINFÄLTIGKEIT" schreiben, aber der Beitrag hat sich dann einfach verselbständigt! :)

Montag, 24. Februar 2014

Found myself at your door

Heute war es eine gemischte Tüte für 2,50€ (ohne Lakritz und mit einigem Sauren, vor allem mit aller Art von Pilzen, sauren Gurken und Veilchen!). 
Einerseits bin ich heute recht erquickt:

Ich halte ein wunderbares rosa Zettelchen in meinen Händen. 
Ich habe einen teenagermäßigen Amh-Wert.
Ich quetsche mich gerne in meinen neuen Schlafanzug, den ich nicht umtauschen soll, obwohl die Hose...naja...sagen wir so: Es ist eine extrem hautenge Hose, die an eine Mischung aus Leggings und Skiunterbuxe erinnert, bloß fehlt leider der Strechtanteil. 
Die Sonne schien und ich musste keine dicke Winterjacke tragen. 
Meine gepflanzten Tulpen und andere Frühlingsboten kämpfen sich tapfer aus dem Boden. 
Meine Migräne wurde "schon" (Ja, okay, DAS ist etwas niederträchtig, aber was soll's) besiegt und überhaupt bin ich im Allgemeinen im Herzen voller tanzender Moleküle!

Und andererseits?
Tja, da bin ich das eben alles nicht. 
Da bin ich etwas missmutig und bedröppelt.
Ich bin auch eigentlich gar nicht dazu bereit, dass morgen erst (oder schon) Dienstag ist. Kann ich auch nicht sein, denn ich habe mich noch gar nicht mit dem Montag richtig arrangiert. 

Kennt das noch jemand? 
Ich tapse gerade beinahe benebelt durch die Woche! Es ist so als ob mein Kopf absolut gar nicht einsehen will, dass das Wochenende wieder vorbei ist. 
Ich sage das meiner Hirse wirklich häufig am Tag, aber der kleine Mann, der da oben wohnt, kommt bloß kurz aus seinem Loch, zeigt mir den berühmten Vogel und verzieht sich wieder.
Ich kenne den ja jetzt schon 34 Jahre, aber dass der sowas von stur weiter behauptet, dass das nicht sein kann und mich damit dermaßen manipuliert, also das hätte ich von ihm nie gedacht. 
Kann man den Mann im Kopf kündigen?
Muss man dann einen neuen Mieter suchen? 
Auch zu anstrengend. 
Ist ja alles auch eine Sache der Gewöhnung. 
 
Außerdem bin ich betrübt, wenn du betrübt bist. 
Ich würde gerade nichts lieber machen, als in deinen Armen liegend dich damit aufzuziehen, dass du dich heute in den Bann der ulkigen Asiatin hast ziehen lassen. 
Ich würde dich jetzt mit deinem neuen Mc ... Spitznamen necken und dir dann ins Ohr säuseln, dass du - Spaß beiseite - gar nicht so bist. 
Und dann würdest du diesen glucksenden Lacher machen, ich meine den, den du heute beim Rühren der Bolognese machtest und für den allein es sich schon lohnt absolut witzig zu sein! 
Aber, und da schließt sich der Kreis, es ist ja Anfang der Woche. 
Und das bedeutet: noch 2x alleine Zähne putzen (das jetzt bitte symbolisch sehen. Ich schrubbe schon öfter am Tag, keine Sorge!)

Vielleicht ist es auch das, was mich gerade etwas niedergeschlagen macht. 

Ich packe jetzt meine Tasche für morgen und warte einfach. 
Ich warte auf ein Rumpeln und Rascheln und das Aufdrehen der Dusche und auf die Stunden, an denen wir wieder zusammen sind. 
Und während ich daran denke, seufze ich ein wenig laut und schwermütig. Weil man das in meiner Situation eben so macht. 

...und doch tanzen meine Moleküle ein wenig, wenn ich daran denke. An alles!  

Sonntag, 23. Februar 2014

Das Wochenende ist tot! Es lebe das Leben

Alles Schöne vergeht mir zu schnell. 
Es ist ungerecht. 
Die Momente, jene wir gerne so schnell wie möglich wieder loswerden möchten, verlangsamen unsere Welt. 
Alles spielt sich in Zeitlupe ab, alles fühlt sich schwer und stumpf und unüberwindbar an. 
In diesen Momenten da fühlen wir unseren Schmerz. Und dass unsere Herzen viel zu erdulden haben. 
Und was ist mit den schönen Dingen?
Mit den Momenten, die wir uns herbeisehnen? Auf die wir warten - voller Ungeduld und Vorfreude?
Die kommen und gehen einfach wie es ihnen beliebt! 
In einem Tempo, dass uns die Ohren flattern, huschen sie an uns vorbei!
Jetzt liegt es an dir und mir, dass wir sie, diese schnellen Glücksmomente, fangen. 
Dass wir ihren Blick erhaschen. 
Dass wir sie leben. Genießen. 
Bewusst. 
Ich habe auch das gelernt. 
Ich lernte wie lebenswichtig es für meine Herzmoleküle ist, dass ich diese Zeit aufzusaugen versuche. 
Dass ich mir bewusst mache, wie wunderschön und wertvoll das alles ist. 
Und so ist es für mich nicht nur ein Bummel. 
Es ist für mich nicht nur ein Risotto. 
Es ist für mich nicht nur das gemeinsame Anstehen an der Wursttheke oder beim Bäcker. 
Es ist nicht nur das Einschlafen und Aufwachen. 
Es ist nicht nur ein normales Zusammensein und Miteinandersein. 
Nein. 
Es ist DAS, was mein Leben so zauberhaft schön und wertvoll und besonders macht. 
Es ist das, was mir Kraft und Halt und Zuversicht gibt. 
Es ist das, was mich glücklich macht. 
Es ist das, was es ist: Wir!