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Montag, 15. Februar 2016

Also gut

"Ist das deine Kind?"
Ich schaute mich um, da, in diesem ruhrpottigen Orientteppichladen und stellte fest: "Jupp, der Typ meint wirklich mich. Ist ja sonst auch - bis auf meinen Schüler - niemand hier!"

Nachdem ich ihm brav seine Begrüßungsfrage beantwortete, ging es weiter: 

"Hast du noch mehr Kinder?" und weil wir uns Aladins (ich nenne ihn einfach mal so) Meinung nach jetzt schon ziemlich gut kannten, scheute er sich nicht noch etwas intimer zu werden:

"Willst du noch mehr davon machen?"

Praktikumsbesuche. Mit dem Minimolekül. Immer wieder ein Erlebnis, wenn ich den nördlichen Ruhrpottkosmos bereise. Vom Friseursalon zum Teppichhändler alles dabei. Herrlich. 

Firat* war bei Tak*o. Für einen ganzen Tag, nämlich den ERSTEN PRAKTIKUMSTAG. Als ich in Woche zwei dort nachfrage, erfahre ich bloß, dass Firat nicht da ist. Nun denn. 

Heute war der erste Tag nach der Praktikumszeit. Auch Firat war zugegen. Leider nur für 20 Minuten. Denn erst erschien er 15 Minuten zu spät, dann konnte er sich nicht seine Jacke und seine Fäustlinge (ich dachte ja ich sehe nicht richtig. Ein GROßER Junge mit Kinderfäustlingen. Lachflash, sag ich euch!) ausziehen, weil er plötzlich Bauchweh hatte. Deswegen verschwand er für 25 Minuten "auf'm Pott"! Als er wiederkam, fragte ich ihn nach seinem Praktikum. Ich wiederhole mal seine Fragmente, macht euch selber ein Bild von meiner "beiläufigen" Aufgabe - neben des normalen Unterrichtsalltags - die verwirrten Seelen zu "entschlüsseln":

- erster Tag war gut
- zweiter Tag durfte ich nicht mehr kommen
- da waren so Jacken - da habe ich Nadel rein - da waren zehn Jacken - alle  kaputt
- die Frau hat gesagt 400€ Schaden. Komm nicht wieder!

Zack! ;)))
Und dann hatte Firat, das Täubchen, sein Lerntagebuch zum zehntausendsten Mal nicht dabei, weswegen ich ihn dann heute nach Hause schickte. 

Und da waren da noch Ekrem* und Ender* - die türkische Version von Ernie und Bert - die in einer KFZ-Werkstatt offenkundig gelangweilt/desinteressiert ihre Stunden abrissen und die an der Aufgabe des Meisters "Ey, dreht mal eben die Schraube raus" kläglich scheiterten. 

Lustig, sag ich euch. Und auch etwas beschämend teilweise. In etwa so, alsdass ich manchmal gerne sagen möchte: "Der ist nicht von mir! Ich kenne den gar nicht!"

So viel dazu. 

Und weil es derzeit so verdammt drollig bei Herzmoleküls abgeht, halte ich jetzt mal kurz die bisherigen 2016 Dramen fest. Also so für das Jahr 2016, von dem ich mir sicher bin, dass es hier mitliest und naja, die Pechsträhne eventuell ein wenig gerechter verteilt? Vielleicht mal an unsympathische Menschen? Jaaaaa?

- geblitzt worden (okay, selber Schuld, aber dennoch mimimimimiiiii)

- auf dem Weg zu Praktikumsbetrieben hat jemand unser Auto mit seinem "geschubst"! Sprich: komplette Seite zerschrammt.

- meine nagelneue Winterjacke ist kaputt. Ich habe sie zwar umgetauscht bekommen, aaaaaaber ich finde keine Ersatz, der mir gefällt und friere mir jetzt den Hintern ab. 

- Latte Macchiato umgehauen. Beim Wochenendfrühstück. Käse in Kaffee getunkt. Wäääääh!

- ... (beliebig fortführbar derzeit!)

Okay, 2016, ich akzeptiere, dass du jetzt sehr viel Munition verballert hast, aber jetzt darfst du den Kuschelkurs einschlagen. 

Und wo wir gerade beim Thema sind: Ich kuschle mich jetzt ins Bett und verknote mich mit Herrn Herzmolekül und jaaaahaaaa, das geht NEUERDINGS, denn das Minimolekül schläft in seinem Bett! HIGH FIVE, FREUNDE! 

Schlaft gut

Eure Penny, die nachts (beim Einschlafen) derzeit wieder schlimme Panikattacken hat. Kennt das jemand? ❤️


*Namen frei erfunden. Die Geschichten jedoch nicht







Donnerstag, 11. Februar 2016

Deine Reise

Seit heute weiß ich, dass du deine Reise antreten musstest. Du bist nicht freiwillig auf diese letzte Reise gegangen. Du bist nicht gefragt worden, ob du damit einverstanden bist oder ob der Zeitpunkt für dich in Ordnung ist. Nein. Denn das Schicksal, das hätte ziemlich bescheiden geschaut, wenn du, meine liebe, liebe taffe und kluge Lieblingsmatheexpertin ihm gesagt hättest: "Ich? Bereit? Einverstanden? Meine Kinder und meinen Mann einfach so zurücklassen? Wegen dieser einen Reise, für die es kein zurück mehr gibt? Fragst du das im Ernst, Schicksal?" 
Und dann wäre das passiert, was immer passierte, wenn du jemanden mit deinen brauen Augen durch deine Lehrerinnenbrille angeschaut hast: Es hätte gesehen, dass du sehr stark bist.  Unfassbar taff. Intelligent. Fleißig. Ehrgeizig. Und mutig. Ja, mutig warst du auch. Ich denke da an diese eine Geschichte wie du damals mit deinem Studienabschluss im Gepäck mit 50 Dollar dein Land verlassen hast, um in Deutschland durchzustarten. Um ein Abenteuerleben zu leben. Ja, das warst du alles. 
Und das Schicksal, das hätte sich verzogen und gesagt: "Sorry, war nur eine Frage, ich komme in 40 Jahren nochmal wieder!"
So wäre es gewesen, wenn du gefragt worden wärest. Bist du aber nicht. Wird niemand. Und so blieben dir knappe zwei Monate um dich noch zu verabschieden.
 
Konntest du das?
Konntest du noch deinen Kindern deine ewigliche Liebe unvergessen ins Herz pflanzen, so wie du es gewollt hast?
Konntest du deinem traurigen Mann sagen, dass er alles ist? Dass eure Familie alles ist?
Ich wünsche dir das so sehr. Und auch deinen Liebsten. 

Unsere letzte Quasselei im Lehrerzimmer am Kopierer lässt die Tränen purzeln. 
Wir standen da so herum, du warst ziemlich blass und ich fragte dich wie es dir gehe?
Wir sprachen über unsere Kinder, Pläne und wir verabschiedeten uns so, wie wir es tun, wenn wir uns in der nächsten Pause oder am nächsten Tag wiedersehen. 
Wie gerne hätte ich dich gedrückt, hätten wir gewusst, was selbst du noch gar nicht wusstest! 
Wie gerne hätte ich dir gesagt, was für eine lustige und liebenswerte Frau du bist!

Stattdessen gingst du aus der Tür mit deiner immer gleichen Ansprache an mich: "Tschüss, Kleine!"

Ich bin traurig und während ich diese Zeilen schreibe, kullern mir die Tränen. 
Unfassbar. 

Du wirst fehlen. Im Lehrerzimmer. Im Klassenraum. In meinem Herzen. 

Pass auf dich auf, große, starke H


-----

Wenn ihr jemanden habt, den ihr liebt. Der eure Familie ist. Der euer Leben ist, dann hadert nicht lange. Seid nicht ewig bös aufeinander, sondern geht hin und nehmt diesen Menschen feste in den Arm und sagt ihm, dass ihr ihn liebt. 

Eure heute sehr traurige Penny ❤️ 


Montag, 1. Februar 2016

Excel Rose

Haha, ich könnte mich über den Titel ja kringelig lachen, nech?
Und auch wenn ich auf weiter Flur damit alleine bin, dann isses halt so. 
Und ja, ich gedenke schon diesen heutigen - wenn auch kurzen - Post mit Sinn zu füllen. Immer langsam mit den alten Schildkröten. 

Meine liebenswerten verwirrten Seelen sind ab heute für zwei Wochen im Praktikum. Therefore (ich wollte das sooo lang mal wieder schreiben. Herr Herzmolekül sagt nämlich gerne Whatever, es sei ihm gegönnt, aber therefore ist doch auch hübsch oder?) musste ich vorhin mal ein paar Exceltabellen (na, macht es klingelingeling oder dingdong oder ratterratterratter?) mit "Der alten Morla" tippen. Und während ich da so auf das laaaaaaangsaaaaame Aufplöppen des Excelfensters wartete, da kam mir dieser Gossenhauer (na der da oben, der Wahnsinnstitel) in die Hirse. 

Eigentlich wollte ich ja nur mal eben mein Mutterherz hier auskippen und zwar aus gutem Grunde: Das Minimolekül hat seit heute einen irgendwie ihn zum Halberwachsenen machenden Kindersitz. Die Zeiten des MaxiCosi fahrenden Windelpupsis mit O-Ball am Bügel sind vorbei und das machte mich heute Mittag halbtraurig. Ja, nur halb. Zum Ganztraurig sein reicht es glücklicherweise nicht, denn er hat solch eine Freude in seinem neuen Sitz, süß. Einfach nur zum Auffressen süß! 

Und jetzt - für eine lupenreine, rtltaugliche Überleitung - zum Titel:

Den Axel Rose, hat den mal jemand von euch in letzter Zeit begutachtet und sofort erkannt? 
Also ich finde ja der heutige molchgesichtige Fettmops ist mit dem alten karohemdigen Superstar nicht mehr zu vergleichen. 

Und ein bisschen so ist das auch mit dem Dickmopsindianderminimolekül: Vor knapp 14 Monaten ersoff er fast im MaxiCosi und nu...nu musste ein größerer Sitz her. 
Nur, dass unser kleiner Mann selbstverständlich von Tag zu Tag NOCH niedlicher wird. Das kann man von Axel nun nicht gerade behaupten...


So, genug der Albernheiten, ich mache jetzt einen ganz seriösen Nachtschlaf!


Eure Penny, die den Jahresstart bis jetzt recht holprig einstuft, aber bekanntlich nicht die Flinte ins Korn wirft. 

Abgerechnet wird zum Schluss. Zum Schluss = Ende Dezember 2016!

❤️



Montag, 25. Januar 2016

Wenn der Vorhang fällt, schau hinter die Kulissen

Halil* ist ein anstrengender Schüler und genau von der Sorte, die mich am meisten nerven. Diese Quasselheinis, die immer irgendwelchen groben Unfug von sich geben, die immer etwas DAGEGEN sagen. Selbst wenn ich sagen würde (mache ich natürlich nie!): "Hey Leute, heute schieben wir mal eine ruhige Kugel und machen GAR NICHTS", hätte er etwas dagegen. So wirklich leiden mag ihn niemand. Seine Mitschüler ignorieren ihn entweder oder rollen genervt mit den Augen, wenn er mal wieder gegen irgendetwas ist. Gegen Frieden. Gegen Bananen. Gegen Sonne. Ach, einfach gegen alles. 
Besonders nervig finde ich, wenn Schüler mit meiner manchmal doch sehr ironischen Art auch nach Jahren (und Halil klebt mir mittlerweile das vierte! an der Backe) nicht klarkommen. Oder generell mit meiner Art. Wenn ich beispielsweise sage: "Hussein, du kleine Knötterbacke, mopper jetzt nicht weiter herum, sondern arbeite UND Halil, du Transuse, fang jetzt endlich an und hol zumindest das Blatt aus deinem Ordner", dann quittiert dieser das mit: "1. Ich bin keine TRANSE! UND ZWEI-T-EEEENS NEiN! Dagegen!"
Ich brauche mir dann auch nicht die Mühe machen und ihm den Unterschied zwischen Transuse und Transe erläutern, denn er hörte mir gar nicht mehr zu. Angefressen, das bliebe er und ich weiter genervt von ihm und seiner so negativen Art! 

Und dann ist er wieder einmal tagelang krank. Man ist beinahe froh, denn endlich ist die Klasse ohne diesen Dagegen-Aufwühler total pflegeleicht. Man macht sich keinen Kopf, wo er steckt und wann er wohl wiederkommt, weil es ohne ihn einfacher ist zu unterrichten. 

Und dann kommt er wieder, legt mir seine Entschuldigung auf den Tisch und ich lese in großen Buchstaben TRANSPLANTATIONSZENTRUM HANNOVER und stocke. Und ich frage ihn aus und er berichtet mir von seiner unendlich heftigen Krankengeschichte. Er erzählt mir davon, wie er mit fünf Jahren eine Lebertransplantation bekommen hat. Wie er jedes Jahr zur Organkontrolle muss. Und wie er mit sieben Jahren das erste Mal - gerade als das Organ in seinem kleinen Kinderkörper angekommen war - an Krebs erkrankte. Wie er die Chemotherapie erlebte und den langen Krankenhausaufenthalt empfand. Und wie er - nachdem der Krebs überstanden war - dann mit 15 Jahren erneut an Krebs erkrankte und auch von seiner anderthalbjährigen Chemo und Reha. 

Und während er mir das alles erzählt, werden seine Gesichtszüge viel weicher. Ja, hat er ein freundliches Gesicht. Ich sehe ein Kind, ein verletzliches, kleines Kind, nicht den heutigen 20 Jährigen. Ich sehe seine Narben auf seiner Seele, seine Angst und seine Einsamkeit. 

Ich sehe, dass sein ganzes Leben im Grunde nur aus Kampf besteht. Überlebenskampf. Unfreiwillig gewählt. 
Und ein bisschen verstehe ich nun, warum er IMMER dagegen ist: Weil es sich vermutlich verdammt schön anfühlt, wenn man aus freien Stücken NEIN sagen kann. Nicht, weil der Körper einem diesen Kampf aufzwingt, sondern weil ER es möchte. 

Er ist nicht weniger anstrengend durch seine Geschichte geworden! Aber es ist mittlerweile anders. Ich sehe ihn mit anderen Augen und vor allem sehe ich seine Augen nun ganz anders. Das sind nicht mehr die eines störrischen Nein-Sagers, sondern die eines Lebenskampferprobten. 

Heute sagte er am Stundenende: "Ich habe am We nichts gemacht. Ich bin ja immer alleine, denn mit mir kommt ja niemand klar!" und da wurde ich ziemlich traurig. 

*Der Name ist frei erfunden, die Geschichte dahinter nicht. 




Vergesst nie auch mal hinter die Fassade zu blicken. 

Eure Penny, die nicht verschollen ist, sondern irgendwo zwischen

- Halbjahresnotenstress
- Minimolekülbespaßungsprogramm
und allgemeinen Lebensstresswochen

verbuddelt ist! ❤️

Aber ich komm wieder. ;)





Dienstag, 12. Januar 2016

Heute

Durch den Elektrogroßmarkt (du seeeeeehr interessiert, ich seeeeeeehr gäääähn...schnaaaaarch) schlendernd und dann greift deine Hand meine und hält sie fest. 

Ins Auto einsteigen und dir mit gespielter Empörung zu sagen, dass du mir gerade meine Illusion ("Herrjeeee, dieses Kinderspielhaus da direkt neben dem Hühnerstall, also da kann man was draus machen...") mit den Worten: "Das ist nichts für uns!" genommen hast, dich anzugucken und dann gemeinsam laut loslachen. 

In den Döner zu beißen und dein "Wooohooo, die Sauce hat aber Wumms" zu vernehmen und meiner Frage: "Sollen wir mal bezahlen?" mit einem grinsenden "Wie...DAS müssen wir hier auch?" zu begegnen. 

Genau das! ❤️


Sonntag, 10. Januar 2016

Der Termin

Wir schreiben die Deutscharbeit am Montag in den ersten beiden Stunden. 

Da kann ich nicht. Ich muss zum Arzt. 

Warum legst du dir deinen Termin auf die Schulzeit, Jochen? Wir hatten gerade FERIEN, da hättest du JEDEN Tag gehen können! 

Die haben mir aber den Termin gegeben. 

Ja, klar. Und dann musst du sagen, dass du MORGENS Schule hast und bittest um einen Termin am Nachmittag. Das mache ich auch so. 

Ich MUSS da auf jeden Fall morgens hin. Das ist SEHR WICHTIG, dass ich da hingehe. 

Ich verstehe, dass der Arztbesuch notwendig ist. Aber der wäre auch ein paar Stunden später möglich. Und soooo schlimm kann es nicht sein, wenn du in den Ferien nicht gegangen bist. 

Frau Herzmoleküüüüül, es ist WICHTIG! Das geht nur morgens!!

Pass auf, ich mag jetzt nicht weiterdiskutieren. Du kannst dann zum Nachschreibtermin kommen. Punkt. 

Oh, das ist super. Wann denn dann? 

Donnerstag. 18 Uhr. Beim Abendunterricht. 

...Frau Herzmolekül, ich sag da ab. Ich bin am Montag da! 
---------------------

Na geht doch! ;))))

Einen schönen Wochenstart wünsche ich euch. 

Eure Penny, die gerne Privata wäre. Wie wird man das denn? Ist es für mich schon zu spät? Ich könnte mir ein solches Leben seeeeeeeehr wunderbar vorstellen. Gibt es da einen Ausbildungsbetrieb? Wie lang muss ich dann nochmal büffeln? ❤️

Freitag, 8. Januar 2016

Gelöscht.

Gestern Abend fiel er mir nach einigen Monaten wieder ein. Ich habe so etwas manchmal. Da kommt irgendwas lang Weggelegtes in meine Hirse und ich kann nicht erklären wieso. 
Nun ja, ich tippte also die Adresse in den Browser. Es tat sich nichts. Vielleicht kein Internet? Keine Ahnung was das jetzt wieder soll. Also nochmal. 

...
Das gibt es doch nicht! 
Wo ist er hin?
Gibt es den Anbieter denn noch? 
Google. Google. Nichts. Wie vom Erdboden verschluckt. 

Ich konnte mich nicht von ihm verabschieden. Hunderte Posts, tausende Schnipselgedanken und ein großer Teil meiner Vergangenheit in verschriftlicher Form sind einfach weg. 

Irgendwie ist es komisch. Nichts davon habe ich abgespeichert. Nichts davon ist im Netz auffindbar. Warum auch immer. 

Es ist als ob er und damit auch das Erlebte niemals existiert haben.

Jemand hat LÖSCHEN gedrückt und futsch alles weg.  

Ich wäre natürlich gerne vorher gewarnt worden: "Hey Penny, dein alter Blog, also der mit den unzählig vielen Geschichten, mit den ganzen wilden Erlebnissen, also der wird in den nächsten Wochen weg sein. Also falls du noch was retten willst..."

Und dann hätte ich kurz geschluckt. Nachgedacht. Und meine Antwort formuliert: 

"Danke für die Info. Teile kann ich nicht retten. Wenn, dann müsste ich ALLES speichern. Weil das ja auch alles zusammengehört. Weil man das nicht so trennen kann in "ach, das war ja doch gut" und "ne, das MUSS weg"! Weil das ja alles mein Leben war und ist."

Und in meinem Herzen hätte ich längst entschieden NICHTS zu retten. 
Weil ich heute daraus extrem bestärkt hervorgehe. Weil Narben dazugehören und mich nicht (mehr) belasten. Und weil das alles eben zur Vergangenheit gehört. Und ich heute nunmal die bin, die ich auch dadurch gemacht wurde.
Ich brauche diesen alten Blog nicht mehr  dafür, um immer und immer wieder nachzulesen wie beschissen viele Momente waren. Ich brauche keine Erinnerung, so wie man es manchmal braucht, wenn es einem mies geht, so nach dem Motto: "Lies mal, was du alles erlebt hast. Dann weißt du wie gut es dir jetzt geht!"

Ich weiß das alles so zu schätzen und das wird niemals aufhören. 
Kein unfreundliches Problem der Welt wird mich mehr umhauen. 

Und meinem Blog winke ich liebevoll und keineswegs wehmütig zum Abschied hinterher. 

Danke für dich. Für Bloodflower. Für alles.