Donnerstag, 6. August 2015

Leb in deiner Welt.

Konrad ist Vater geworden. 
Nachdem er etwas Urlaub bekam, kehrt er zum ersten Mal wieder in sein Büro zurück. 

"Konraaaaaaaaad? Was machst du denn hier?"
"Aaaaaaarbeiten?! Urlaub ist vorbei!"
"Häh? Aber du bist doch gerade erst Vater geworden! Glückwunsch nochmal übrigens!"
"Ja, das ist richtig. Danke sehr!"
"Aber mal ehrlich: Wie kannst du denn jetzt schon arbeiten gehen? Was machst du solange mit deinem Kind?"
"Ähm, es ist bei seiner Mutter?! Zuhause! Sie versorgt es wunderbar!"
"Aber klappt das denn auch? Kannst du sie mit dem Baby vollkommen alleine lassen???"
"Nun, es ist sicherlich anstrengender alleine als mit meiner Unterstützung, aber ja. Sie macht das sehr gut!"
"Alsooooo ICH könnte das ja nicht. Du weißt ja so gar nicht, ob die Kleine das Richtige anhat, geschweige denn, ob sonst alles läuft. Allein die Vorstellung meine Frau alleine auf unser Kind aufpassen zu lassen. Die wäre ja komplett überfordert gewesen."
"Bei uns klappt das gut. Wir vertrauen ja einander und irgendwer muss ja auch das Essen und die Windeln verdienen!"
"Das ist kein Geld der Welt wert, dass DU  NICHT DA BIST! Was bist du nur für ein Vater?" [...]


Solange SOLCHE Dialoge absurd klingen, während das gleiche Gespräch beim Tausch des Geschlechts als nicht nur selbstverständlich, sondern BEGRÜNDET UND NORMAL gilt, ja, solange leben wir in einer ganz komischen Welt. Nicht in meiner. NICHT! in meiner. Aber in deiner? 


Lebt euer Ding. Anders. Genauso. Krumm. Schief. Egal. Aber lebt. 

Eure Penny, die sechs Wochen lang einfach nur verdammt wunderbar gelebt hat. ❤️

Kommentare:

  1. Ja, sehr traurig!
    Aber zum Glück kann man ja anders entscheiden ;-)
    ❤️

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    1. Wie meinst du das? Also anders entscheiden? Dass man nicht so denkt/handelt oder beides?

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    2. Zu schnell auf ENTER gedrückt. Menschenskinder. Also weiter: Oder meinst du, dass man als Mann sich anders entscheiden kann? Irgendwie steigt mir die Hitze sehr in die Hirse (siehe meine Kommentare bei dir)! Bin verwirrt. :-*

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  2. Oh ja. Komisch, oder?! Dass so ein Gespräch zwischen Vätern als eher merkwürdig empfunden wird - zwischen Müttern aber totaaaaal normal ist...

    Aber wie Lisa schon sagt: Zum Glück kann man (oder eben Frau ;) ) ja anders entscheiden!

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    1. Ja, wir nennen es KOMISCH. Andere finden es befremdlich, dass wir es komisch finden. Es steckt eben doch ganz, ganz viel klassisches Rollendenken in den Köpfen, was ich generell ja überhaupt nicht verwerflich finde, aber ein Mann bzw. Vater wird gar nicht erst in die Situation gebracht, dass er solche Rechtfertigungsgespräche führen muss. Und das finde ich ziemlich nervig.

      Drücker! <3

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  3. Rabenväter, Karrieremänner tbc. :)
    Willkommen neunzehnhundertfünzehn. Oder so :)

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    1. Sagen wir: achtzehnhundertschlagmichtot. Denn dann könnte frau passenderweise noch richtig coole Reifrockkleider tragen. Hat was oder? ;)

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  4. Ja, ich denke, diese Gespräche wird es noch eine ganze Weile so rum NICHT geben. Aber vielleicht bei der (oder den) Generation(en) nach uns?!?
    Ich weiß gar nicht, ob mein Mann sich das als Working Dad anhören musste, glaube aber nicht, haha!

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    1. Frag ihn doch mal, was er sich da als Rabenvater anhören müsste, vielleicht hat er es nur nicht erzählt, um dich zu schonen? ;))
      Im Ernst: Am Liebsten wäre mir, wenn die uns nachfolgenden Generationen sich gar nicht mehr rechtfertigen müssten. Wenn es einfach normal wäre, wenn Mama und/oder Papa sowohl Elternzeit nehmen als auch arbeiten. Das wünsche ich mir für die Jugend. Denn dann könnten sie viel freier Leben, wenn sie es denn möchten. Es spricht ja überhaupt nichts dagegen, wenn Mama zuhause bleibt. Aber es sollte auch (aus diversen Gründen) selbstverständlich sein, wenn Papa das auch tut. Arbeitgeber verstecken sich oft hinter einer Pseudo-Toleranz was das anbelangt besonders bei Männern: "Natüüüüüüüüüürlich dürfen Sie in Elternzeit gehen! Aaaaaaaaber höchstens zwei Monate...." DAS ist keine freie Wahl. Das ist nicht so, wie es sein sollte.

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    2. Er hat natürlich nichts dergleichen gehört �� Aber ich denke, es wird halt einfach noch eine ganze Weile brauchen, bis sich alles komplett ändern wird. Vor nicht allzu wenigen Jahren gab es die Elternzeit in der Form noch gar nicht und kaum ein Mann war länger zuhause. Da ändert sixh halt achon was, nur eben langsam. Ich kenne schon ein paar Väter, die mehr als zwei Monate zuhause bleiben, aber bislang eben nur ein paar.

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    3. Ja, so sieht es aus. Bei Lehrern (nur ein Part oder beide) ist das mittlerweile ganz oft so, dass die Väter viel Elternzeit nehmen. Das finde ich total cool. ;))

      Wir werden sehen wie sich das alles entwickelt. Wer weiß...jetzt fällt das Betreuungsgeld wieder weg...ob und wie lange wir noch Elterngeld überhaupt beanspruchen können. :(

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    4. Jaja, Lehrer müsste man sein...obwohl, dann wöre man ja Lehrer �� In der freien Wirtschaft ist es derzeit teilweise nicht so einfach, länger weg zu bleiben, vor allem in verantwortungsvolleren Positionen, so zumindest meine Erfahrung.
      Aber wir werden sehen, ich denke schon, dass sich ganz langsam immer mehr etwas tun wird.

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  5. Jeder sollte es so machen , wie er es möchte. Egal welche Konstellation man wählt, wenn es für einen richtig ist , dann ist es gut so.
    Wir leben wahrscheinlich das Auslaufmodell, wo die Frau sich um Kind und Haus kümmert. Und nein , ich habe kein schlechtes Gewissen weil ich nicht arbeiten gehe. Mein Leben -meine Entscheidung!
    Aber trotz Allem , wieder sehr gut geschrieben 😃!

    LG und einen schönen Schulstart!
    Birgit

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    1. Liebe Birgit (im Kopf rappe ich derweil: Birgit is back in da House),

      mein Anliegen ist es gar nicht das eine oder andere Modell als besser darzustellen. Mein Anliegen ist nur, dafür zu sensibilisieren, wie engmaschig viele Gehirne noch immer gestrickt sind.
      Es spricht noch oft sehr viel dafür, dass Mama (mehr) Elternzeit nimmt als Papa. Aber es sollte in der heutigen Zeit nicht bewertet werden dürfen. Frauen sollten sich nicht rechtfertigen müssen, wenn sie wieder arbeiten. Väter nicht, wenn sie Elternzeit in Anspruch nehmen.

      Erst kürzlich las ich einige Male bei Frauen, deren Elternzeit beendet war und die wieder arbeiten gingen diese unsäglichen Frage: "Und was ist mit deinem Kind?"
      Warum fragt man das? Geht man davon aus, dass eine arbeitende Mutter ihr Kind in den Stunden ihrer Abwesenheit irgendwo an einen Baum bindet und muss deswegen mal nachhorchen?
      Warum schwingt da immer dieser: "WIE KANNST DU NUR?"-Unterton mit? Wäre das nicht so, könnte man ja anders fragen und einer Mutter auch wertschätzend dafür, was sie tut, entgegentreten: "Oh, das ist ja toll, dass du dich wieder in die Arbeitswelt wagst. Darf ich fragen, wie ihr das mit der Kinderbetreuung geregelt habt?"
      Klingt in meinen Augen nicht negativ. Nicht wertend. Nicht verachtend.
      Weißt du, was ich meine?


      Fühl dich geherzt
      Penny

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    2. Liebe Penny,
      ich habe dich schon richtig verstanden :)). Ich bin auch dafür, dass sich keiner für sein Lebensmodell rechtfertigen muss. Jeder so wie er möchte. Und es sollte auch normal sein , wenn die Väter zu Hause bleiben. Eigentlich wäre es doch schön, wenn so eine Diskussion erst gar nicht aufkommt und alles selbstverständlich wäre !

      Dicker Drücker
      Birgit

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  6. Recht haste Penny... Leute haben irgendwelche Erwartungen, denen man aber egal wie man es macht eh nicht gerecht wird... und solche geschlechter-Rollen-typischen Fragen&Auffassungen sind ja nun echt überholt - leider noch nicht in den Köpfen... bei uns ist es so, dass ich deutlich mehr verdiene als mein Mann und da fragt keiner ob das ihn nicht stört - es ist einfach so - basta und genauso sollte es doch mittlerweile mit dem Eltersein sein - es ist noch ein langer Weg.

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  7. Schon krass....aber es ist tatsächlich voll oft so. Und - du hast recht. Gut geschrieben :*

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