Freitag, 21. November 2014

Post für Papa

Lieber Papa, 

da ich mein gemütliches Appartement (welches mir langsam echt etwas zu eng wird) bald verlassen werde - und NEIN, ich verrate dir nicht genau wann das sein wird, du Schlingel - möchte ich dir kurz ein paar Dinge sagen. 
Denn noch habe ich hier im Bauch etwas Zeit dafür meine Gedanken niederzuschreiben, obgleich es doch schon auch etwas schwer fällt den Stift hier einzusetzen. 
Sobald ich erstmal bei euch bin, wird das mit dem Schreiben vorerst nichts mehr werden. Da teile ich mich dann ganz einfach mit schreien oder anderen Geräuschen mit. 

Nun ja, jetzt aber zu dem, was ich dir gerne einmal sagen möchte: 
Ich danke dir, mein Papa. 
Für alles. 
Dafür, dass du Hand in Hand mit Mama dafür sooo viel gegeben hast, damit ihr mich endlich bekommt. 
Dafür, dass du obwohl du anfänglich ganz traurig warst, nicht aufgegeben hast an mich zu glauben. 
Ich weiß es noch als wäre es gestern gewesen wie unfassbar ungläubig du geschaut hast, als ich mich hier klammheimlich ankündigte. 
Du hattest solche Angst vor diesem Tag. Und davor wie traurig Mama und du sein würdet, wenn... 
Insgeheim habe ich mich, obwohl ich da bloß ein kleines Sesamkornkind war, kringelig gelacht. Denn ich hatte es mir ja längst gemütlich gemacht und erkundete bereits das da noch sehr riesige Appartement. 
Von dem Tag an, liebtest du mich. 
Ich spürte das so fest, dass ich mich manchmal wie ein kleiner Flummi drehte und vor Freude herumhüpfte. 
Du warst dir ab da ganz sicher, dass ich bald zu euch kommen würde. 
Dass ihr mich in den Armen haltet würdet. 
Ich danke dir dafür, dass du Mama das auch ziemlich deutlich klar gemacht hast, als sie mal wieder einen ihrer klitzekleinen Panikanfälle bekam. 
Du bist ihr Felsen. Und damit auch meiner. Denn so eine Durchdreh-Ma macht einen ja auch leicht irre. 

Irgendwann fing ich dann an mich auch für dich bemerkbar zu machen. 
Erst konntest du das gar nicht richtig fassen, wenn Mama dir etwas vom Gluckern und Blubbern erzählte. 
Doch dann kam der Tag, an dem ich mal meine ganzen Kräfte zusammennahm und dich gegen deine große starke Hand boxte. 
Mensch, ich war so stolz auf mich, dass ich so eine Power hatte. 
Und du? Du konntest gar nicht genug davon bekommen und wolltest mehr. Mehr von mir spüren. Mich fühlen. 
Ich danke dir dafür, dass du mir bereits während meiner Appartementzeit so viel Zuwendung und Liebe gibst. 
Dass du mir in jeder Sekunde das Gefühl gibst, dass ich geliebt werde. 

Seit einigen Wochen nun merke ich, dass du auch immer gespannter darauf wartest, bis du mich endlich sehen kannst. 
Und ich sage dir etwas: Ich bin selber wahnsinnig aufgeregt, dich, meinen Papa, endlich richtig kennenzulernen. 
Ich freue mich so sehr darauf deine Stimme mit deinem Gesicht vor mir zu haben. Und freue mich darauf, dass deine großen, starken Hände mich halten und kuscheln werden. 
Ich weiß jetzt schon, dass du mich immer beschützen wirst. So wie Mama. 
Erst neulich, als Mama mit dir im Auto fuhr und jemand dir die Vorfahrt nahm, und du ganz doll abbremsen musstest, hast du mich ganz selbstverständlich beschützt. 
Du nahmst deinen ganzen Arm und hieltest ihn schützend vor Mamas Bauch, damit sie ja nicht nach vorne geschoben wurde. 
Das machtest du in Sekundenbruchteilen. 
Weil du den Papainstinkt hast. 
Dafür danke ich dir sehr. 

Ich werde dir vermutlich ganz oft auf die Nerven gehen. Ich werde dich anpinkeln und anbrüllen. 
Ich werde von dir Sachen demolieren, die dir heilig sind. 
All das verspreche ich dir. 

Und vor allem verspreche ich dir, dass ich dich immer lieben werde. 
So wie Mama. 

Und ich danke dir dafür, dass ich es weiß und fühle:
Mama und ich werden immer ALLES für dich sein. 

Dein dich liebender gar nicht mehr glücksbohnig kleiner Sohn! ❤️


P.S.: Verzeihe mir, wenn der Brief ein wenig zerknittert ist. Hier drin ist es echt verdammt eng und außerdem hatte ich Hicksauf! 


Kommentare:

  1. Ach Penny...wieso lese ich deine Posts immer kurz bevor ich zur Arbeit muss...jetzt muss ich mich wieder neu schminken...
    Wie schön! Wie berührend! Wie du eben so bist ♥
    Meine Tränchen hören gar nicht auf zu laufen...du bist eine so fabelhafte tolle Frau...

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  2. Soooooo schön! Der Papa kann stolz auf sein Werk sein ��
    ich freu mich jetzt schon auf deinen Geburtsbericht - also auf den deines Sohnes - wie er den Stift und das Papier festkrallt und dann das Licht erblickt - herrlich
    Liebste Grüße

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  3. Oh man, das kleine Miniherzmolekül schafft es genau wie seine Mama, mich fast (und wirklich nur fast - denk an den Eyliner!!!) zum heulen zu bringen. Der Kleine wird all die tollen Moleküle seiner Eltern in sich tragen und zu einem wahnsinnig tollen Herzmolekül heranwachsen. Ich freue mich so unendlich für Dich - ich denke an Dich!!!! Allerliebste Grüße und Küsse von Deiner Dich sehr bewundernden Kitty ♥

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  4. Kleiner Minimolekülmann, dass hast du wirklich sehr toll geschrieben ! Deine Eltern werden dich immer lieben , egal was du ausgefressen hast ! Du hast dir wirklich tolle Eltern ausgesucht , die schon mit Spannung auf dich warten!
    Alles Liebe
    Birgit

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  5. Ich trage keinen Eyeliner. Und auch keine Wimperntusche. Und ich für meinen Teil, ich heule. Schluchtz. Schnief.

    Soooooooooo schön!!! ♥ ♥ ♥

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  6. Ich war geeerade geschminkt, da habe ich völlig ahnungslos meinen Reader geöffnet ... den Rest, na, den könnt ihr euch denken ;-). Penny, penny .. ♥

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  7. Ich war es ja gar nicht. Aber ich reiche das alles an den Kleinen weiter. <3

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