Samstag, 16. Mai 2015

Im Zeitrausch

Liebste Molekültanzgang,

es ist still hier. Ungewöhnlich für mich, die ja schon eine extreme Quasselstrippin ist. Na, na, na...nichts Anzügliches bitte nun ableiten, ihr kleinen Ferkelchen, ihr. 

Ich schweife ab. Es ist ruhig. Die Ruhe vor dem Sturm? Nö. Kein Sturm. Kein Orkan zu erwarten. 

In der Schule ist es derzeit, zum Schuljahresende, wieder extrem. 
Wuselig. Anstrengend. Laut. Hibbelig. 
Momentan liegen hier auf der Treppe nach oben zum Arbeitszimmer 68! Deutscharbeiten. Ein gruseliger Anblick. Und ich habe das erste Mal in meinem Lehrerleben noch nicht korrigiert. Nicht einen einzigen Abend, obwohl sie da seit Dienstag liegen. 
Und so werde ich ebenfalls das allererste Mal nicht eine Woche später alles korrigiert und benotet an die Schüler zurückgeben. 
Mein schlechtes Gewissen dahingehend ist so semiausgeprägt. Manchmal erwischt es mich, denn ich denke schon oft dran und dann wird mir heiss und kalt. 
Aber dann denke ich mir: "Was soll's! Du darfst das auch mal!"

Das trichtere ich mir ständig ein. Und fast tendiere ich dazu es wirklich zu glauben, dass es okay ist die Arbeiten erst in zwei Wochen! zurückzugeben. 
Ich bin eigentlich nicht so.  
Und ich war auch anfänglich absurd hochmotiviert bereits am Dienstagabend mit den Korrekturen anzufangen. 
Doch dann machte ich einen fatalen Fehler: Ich blätterte in der Schule erste Arbeiten durch. Und fiel fast vom Glauben ab wie unfassbar schlecht sich der Großteil der sich im zweiten Ausbildungsjahr befindenden Schüler auszudrücken vermag. Oder eben nicht. 
Das war so niederschmetternd, dass ich beim nur daran Denken, dass der Schrott (möglichst positiv! Haha) korrigiert werden muss, keinen Funken Lust mehr drauf hatte. 
Das lange Wochenende vor der Nase...ne...ehrlich gesagt, war ich dieses Mal zu zeitgeizig um es mit diesem Schmarn zu verschwenden. 
Ich bin verärgert. Dass ich bei 80% der Arbeiten länger an der Korrektur sitzen werde, als der einzelne Schüler an Zeit in sein literarisches Meisterwerk investiert hat. Buuuuuuh! Ich würde den Einen oder Anderen unheimlich gerne schubsen. Oder zumindest mit rohen Eiern bewerfen   !

Da weiß ich wirklich sehr viel besser mit meiner Freizeit umzugehen. Liebevoller. Schöner. Lohnenswerter. 

Dem Minimolekülmann geht es prima. Er lacht und kugelt sich durch die Welt. Vom Rücken auf den Bauch und umgekehrt, das ist nun seine absolute Lieblingsbeschäftigung. Neben dem Fußgrabschen. Das ist wahnsinnig niedlich anzusehen, wenn er seine Händchen nimmt und damit an beide Füße fasst. Und dann kugelt er sich sehr gekonnt hin und her. 
Generell ist er absolut niedlich. Zum Auffressen. Also das meine ich völlig OBJEKTIV betrachtet. Ernsthaft. 
Ich könnte ihn den ganzen Tag auffressen und abknutschen (mache ich natürlich nicht. Nur 75% des Tages!).

Dann wären da noch meine Milchstationen. 
Ganz ehrlich: Die sind mir ein Rätsel.

Seit letzter Woche stille ich nicht mehr. 
Ich habe nach und nach in den letzten Wochen immer mehr reduziert (durch die Beikost...oder sagen wir das Beikostinhalieren, denn Mr Minimolekül verschlingt wirklich ALLES...Pastinake, Kürbis, Kartoffel, Spinat, Biorind, Risottogemüse...was auch immer wir ihm vorsetzen: es wird restlos mit offenem Schnabel nach mehr lechzend aufgefuttert!) und nun muss ich ausstreichen. Und ausstreichen. Und...ja, genau. 

Und das, obwohl ich davor etwa eine Woche nur noch nachts gestillt habe. Problemlos. Und jetzt ist die Milchproduktion dennoch schwer im Gang. Ich dachte, dass das schonende Langzeitabstillen unproblematisch sei. 
Pustekuchen. Also meine Hu*en denken jedenfalls, sie müssten nun Milchvorräte für schlechte Zeiten anlegen. Und egal wie ich es thematisiere, sie hören nicht auf mich. Sture Dinger. 
Ich bin gespannt wann es ihnen zu doof ist für den Abfluss zu produzieren...


Dann wollte ich noch unbedingt erwähnen, dass das letzte Wochenende mit den Blogmädels zauberhaft war. 
Es war eine schöne Zeit und ich bin von den Damen live und in Farbe noch begeisterter als ich es eh schon war. 
😍

Der Herzmolekülmann, also der große, ist weiterhin einfach toll. 
Auch wenn er meine neue Swiffervorliebe (Swiffer. Swiffer. Swiffer...ich darf es nicht so oft sagen, aber von schreiben hat er nichts gesagt ;)) belustigt verfolgt, ebenso wie meine Tweets. 
Wir waren bereits das erste Mal alleine im Kino, während das Minimolekül bestens von meinen Eltern versorgt wurde und ich habe diese Stunden als Ehepaar Herzmolekül richtig genossen. 

Ich weiß nicht wie das andere Paare handhaben, aber ich liebe diese Paarzeit total. Nach wie vor. Und finde es wichtig. 
Das Minimolekül ist total unproblematisch. Lieb. Und schläft sogar ein. In seinem Zuhause. Kein Ding. 
Ich bin froh, dass wir uns da nicht selber im Wege stehen und auch Zeit miteinander verbringen. 

Noch 26! Schultage. Mein persönlicher Countdown. 


Genießt die Zeit. Mit wem auch immer. Sie ist so kostbar. 

Eure Penny, die gerade von Minimolekül-Gemüsepupsen bombardiert wird...alter Schwede...❤️

Kommentare:

  1. Schön von dir zu lesen , liebe Penny !
    Lass dir nur Zeit mit den Arbeiten ! Ich kenne Lehrer , die schaffen es gerade so die Arbeiten vor der nächsten Arbeit zurück zu geben ! Da bist du echt gut mit deinen 2 Wochen .
    Und der Rest ♡♡♡♡!!
    Viele Grüße
    Birgit

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    1. Liebe Birgit,

      solche Kollegen gibt es hier auch. Ich werde hoffentlich nie so werden, weil ich es den Schülern gegenüber als unfair empfinde. Ne, das soll wirklich eine faule Ausnahme bleiben.

      Fühl dich umarmt.

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  2. Penny , ich wünsche dir auf jeden Fall gute Nerven beim korrigieren und auf ein paar Tage mehr oder weniger kommt es nicht drauf an! Also genieße die Zeit mit deinen Molekülmännern!

    Ich drück dir die Daumen, dass die Milchstationen ihre Arbeit bald einstellen!

    Ich fand das Wochenende auch sehr schön...ist das schon wieder eine Woche her, Wahnsinn!

    :-*

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    1. Die Zeit rennt wirklich wahnsinnig schnell, liebste Summse-Biene. :))

      Aber sie hat auch was Gutes...das Karussell dreht sich schneller. :-*

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  3. Ja ziemlich still...;)
    Macht ja aber nix. Du bist ja trotzdem da ♥
    Drück dich :*

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    1. Ja, das bin ich!

      Ich koche halt derzeit so viel...da bleibt wenig Zeit. :)

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