Montag, 16. März 2015

So ist es

Die vergangenen Tage hatte ich leichte, miniminimale Probleme. 
Irgendwie meinten meine Milchbehälter etwas durchzudrehen, sodass es zum zweiten Mal innerhalb einer Woche zu einem Stau auf der Milchautobahn kam. Klingt total witzig, war es dann aber jetzt nicht so wirklich. 
Schon mal einen Duplostein in der Brust gehabt? 
Ja? Und, tat gut? 
Nun denn, mein Duplostein trieb mich dazu an, heulend zwei Nächte lang jedeStunde (bis auf dann, wenn der Minimolekülmann hungrig war) am Waschbecken zu stehen und mit zusammengebissenen Zähnen zu versuchen den Stein zu lockern. 
Nach der zweiten Nacht war ich so fix und fertig, dass mein Unterricht leider an dem Tag ausfallen musste.
Ich konnte einfach nichts mehr, geschweige denn überhaupt etwas tragen, denn alles tat weh. 
Da der Minimolekülmann nun gerne auf seinem Wickeltisch kickboxt, gab er mir dann den letzten Rest. Ich dachte über eine Brustabhackung intensivst nach und nur die Angst vor einer noch schlimmeren Amputationsinfektion beim Anblick des rostigen Hackebeils im Gartenschuppen, verhinderte ein Massaker. Ich schwör ich war zu vielen Bluttaten bereit, denn das ging gar nicht. 
Und auch wenn ich den Mädels gegenüber salopp formulierte, dass ich darüber sinnierte mit der Hilti ein Loch bis zum Stein zu bohren und mir eigenmächtig einen Strohhalmmilchabfluss zu bauen, was Glitzerkitty dazu inspirierte mich Ruhrpott-Kokosnuss-Penny zu schimpfen, war es bei aller Scherzhaftigkeit total unspaßig.
Zwei Mal unterzog ich mich dann noch einer tooootaaaal spektakulären Dusch-Ausstreich-Mammographie. Seitdem geht es und es wohnt nur noch ein Mini-Snickers statt des Duplosteines in mir. 
Ich habe bis jetzt keinen blassen Schimmer, was meine rechte Br*st für eine Fehlsteuerung im Kopf hat. 
Urplötzlich produziert sie Milchmengen für gierige Drillinge. Ohne Vorwarnung. 
Während der Duplotage konnte ich nicht mal mein rette-die-Welt-Cape tragen. Wie soll man so auch fliegen...mit diesem Ungleichgewicht? 
Schön war auch noch der Mittwoch in der Anstalt. Vier Unterrichtsstunden hielt ich durch. Nach den ersten beiden musst ich dringend abpumpen. Während der nächsten zwei war ich der Ohnmacht nahe als ich unter Schmerzen meinen Tafelanschrieb machte. 
"Ooookaaaaay", dachte ich mir "nun ist alles zu spät!".
So ging ich ins Schulleitungsbüro um mich für die fünfte Stunde abzumelden. 
Dort angekommen stand statt seiner Sekretärin mein Schulleiter persönlich vorne rum. 
Also ging ich zu ihm (wir haben seitdem er vor Weihnachten den Oberklops gebracht hat, nicht mehr geredet!) und sprach mit meiner Mini-Kühltasche in der Hand herumfuchtelnd: "Ich hab ein Problem und muss dringend weg!".
Selbstverständlich schaute er nur komisch, sodass ich mich gezwungen fühlte genauer zu werden: "Ich habe Stau! Wahnsinnigen Stau auf der Milchautobahn!".
Weiterhin blieb sein Gesicht fragend...Herrschaftszeiten: "Ich habe eine knüppelharte Milchbrust. Ich muss weg!".
Er grinste beinahe süffisant. Und wenn ich nur halb so witzig drauf gewesen wäre wie ich es sonst bin, hätte er dementsprechende Bemerkung kassiert. Um Diskretion brauche ich sowieso nicht zu bitten, die wahrt er gar nimmer.  
Ich fuhr dann verzweifelt nach Hause und tat oben beschriebene Dinge. 
Das war also mitunter bei mir los. 

Los waren auch so manche Schüler. 
Beispielsweise der eine, der noch immer nicht die bereits eigentlich in der Grundschule durchgekauten Wortarten drauf hat. 
"Jeder nennt mir mal ein Adjektiv auf -isch!".
"Optimistisch!".
"Angeberisch!".
"Amerikanisch!".
"Haifisch!".

Ja, danke sehr. "Läuft bei dir", würde man jetzt in Schülerkreisen sagen...

Bei Bert(a) läuft es sich jedenfalls nackig. Sie trägt nie Socken. 
Das macht mich fertig. Kalte Füße...brrrrrr...
Was noch übler ist: Sie raucht. Und raucht. Und raucht. Das finde ich so extrem ätzend. So richtig. 
Dafür trägt sie nun zumindest ihren MuPa immer bei sich. 
Und sie fährt gerade durchweg im Aggrogang: 
"Bert(a), sag mal was auf Italienisch!".
"Provozier mich nicht. Halt besser die Fresse!".
"Aber Bert(a), kannst du in meinem Unterricht bitte vernünftig reden?".
"Ich schwör, ich hau dem Eine rein. Der soll einfach die Fresse halten!".
Alles klar. Mit ihr ist nicht gerade gut Kirschen essen. Sie ist verschlossen.
Mopperig. Ziemlich gar nicht umgänglich. 
Ich musste mich jetzt zwei Wochen lang durchkämpfen, bis ich erreichte, dass sie nicht mehr am Sportunterricht teilnimmt. Versteht mich nicht falsch, denn gegen Sport ist ja nichts in der Schwangerschaft auszusetzen, aber bei den verwirrten Seelen bedeutet es schlichtweg nur: Wie verrückt den Ball durch die Gegend ballern. Da sie durchweg grobmotorisch veranlagt sind, bedeutet das Lebensgefahr. Vor allem für ein Ungeborenes. Bert(a) selbst wollte unbedingt ein Attest herbeibringen, dass sie unbedenklich am Sportunterricht teilnehmen darf, aber ich habe meine Kollegen überzeugen können, dass dieses Attest egal ist. Das Kind könnte gefährdet werden. Punkt. 
Und es wächst ja ohnehin schon in einer Zeitbombe heran. Wenn sie schon so viel raucht, mag ich gar nicht wissen, worauf sie sonst noch nicht drauf achtet. :\

Von den anderen Verhaltensgestörten mal abgesehen (da hätten wir beispielsweise den einen Schüler, der mir gegenüber sehr despektierlich wurde, weil ich seine Fehlzeiten als Klassenlehrerin negativ anmerkte und der mir ausrichten ließ, nachdem ich ihn der Schule verwies, ich möchte ihn umgehend anrufen...muuuuhaaa..ja, natürlich. Bisschen quatschen, das macht die Tante Arschnase Penny unheimlich gern mit solch unverschämten Rotzblagen vor allem auf Befehl! 
Oder aber der neue Schüler, den ich in Empfang nahm, weil er in meine Klasse aufgenommen wurde und den ich um ihn etwas aufzulockern mit SmallTalk versuchte aus der Reserve zu locken: "Erzähl doch mal, wo kommst du denn her?", was er mit "Aus 6 Monaten Boxcamp für Intensivstraftäter, das ist eigentlich für die ganz schlimme Typen und so bin ich gar nicht, aber der Jugendrichter hat mich trotzdem da mal reingesteckt" schlüssig und mehr als aufschlussreich beantwortete!), ist alles ganz gemütlich derzeit in der Anstalt. 

Mittlerweile haben wir den dritten Tag, an dem ich diesen Post endlich, endlich vervollständige und veröffentliche.
Immer kam etwas dazwischen:
Mal war es ein Baustein. 
Dann das Leben ansich. 
Müdigkeit. 
Und nun seit diesem We eine nervige Erkältung. 

So, jetzt habt ihr eine umfassende Berichterstattung aus dem Hause Herzmolekül. 
Noch immer steht die Geburtstagsauslosung aus. Das hab ich nicht vergessen, aber irgendwie kommt immer was dazwischen. 
Außerdem wollte ich auch noch ein Minimolekül-Stricksockenfoto posten, und das mache ich auch, denn Hans-Peter ist endgültig über die Wupper gesprungen und ein neuer "Schläppi" noch ohne Namen, deswegen nennen wir ihn einfach mal "Das Teil" ist nun hier eingezogen und ermöglicht mir stressfreies Bloggen. 
Dennoch entstand dieser Post an den unterschiedlichsten Orten via Smartphone im Herzmolekülheim. Und nein, ich gehe nicht weiter darauf ein...

So, meine Lieben. 
Ich geh mir jetzt die Nase putzen. 
Zum dreihundertachtundneunzigsten Mal an diesem Tag. 

Nicht vergessen: Immer eckig bleiben. Außer in dem Brüs*en! 

Fühlt euch geherzt

Eure "volles_Leben" Penny ❤️



Kommentare:

  1. Oh WOW!!! Ich wurde namentlich im Moleküluniversum benannt - juhu!!! :-) Allerdings war mir bis zum jetzigen Zeitpunkt das ausgeprägte Schmerzlevel der Duplosteinsituation nur ansatzweise bekannt. Ich bin froh, dass es Dir besser geht - es klingt grauenhaft!! Ich drück Dich einmal mehr - lass uns mit unseren Kokosnüssen darauf anstoßen, dass Du das Schlimmste hoffentlich hinter Dich gebracht hast - oh man!! ♥♥♥

    Und in der Anstalt toben sich ja auch alle mal wieder richtig aus. Ich ziehe meinen pinken Glitzerhut vor Dir, wie Du den Spagat so schaffst. Der verkorkste, indiskrete Rektor kann mal ganz schön froh sein, dass er Dich hat - aber solche Trottel blicken´s ja einfach nicht!!! Komm, ich schlag ihn *bähm*in*sein*face*!!!

    Für die überaus überflüssige Erkältung wünsche ich Dir von ganzem Herzen gute Besserung.

    I drück you so dermaßen - Deine Kitty, die gerne Deine Schülerin gewesen wäre. Vielleicht können wir das noch nachholen :) ♥

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  2. Oh man, auch von mir erst mal gute Besserung und es ist natürlich schön zu lesen, dass es dir, was die Duplosteine anbelangt, wieder besser geht.

    Und zu den Leuten in der Anstalt fällt mir gerade nichts ein oder warte doch, wie hälst du es da bitte schön aus??????

    LG Carinchen ♥

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  3. Oh weia, du Arme ! Gute Besserung für die Erkältung und den Minisnickers.

    Und zu deinem Chef sag ich lieber gar nichts ...

    Drück dich !
    Birgit

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  4. Ach Penny, bei dir klingen die auch wirklich übelsten Sachen komisch! Und das meine ich als mega Kompliment! Ich freu mich immer, wenn ich von dir auf meinem Handy (an den unterschiedlichsten Orte, gehen wir nicht näher drauf ein) morgens einen Post lese. Dann hab ich den ganzen Tag gute Laune :) Auf jeden Fall biete ich mich gerne als Verkehrpolizist für deine Autobahn an! Ich regel das schon, du musst nur deine Taschen ungleich mit Gewichten füllen und drauf achten, dass die Schlagseite weggeht, ok? Knutschi

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  5. Ach liebste Schüppi-Penny - es tut mir leid von deinen Milchtüten zu hören - eindeutig bräuchte Frau da wohl verstellbare Öffnungsgrößen (damit auch der Strohhalm durchpasst) - aber gut, dass du es wegmasieren konntest.

    auch ich frage mich, wie du es in der Anstalt aushälst - aber die Antwort ist anscheinend deine Hingabe und dein ganz besonderer Humor - danke für diesen Post, der trotz deiner Schmerzen wieder herrlich witzig war!
    Liebste Grüße

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  6. Zum Glück geht es dir besser. Hört sich nämlich gar nicht spaßig an - Duplosteine in der Brust. Autsch -.-
    Gaaaaanz dicker Drücker <3

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  7. woah...das klingt aber echt fies ! aber mal so richtig fies.....! du arme !
    die berichterstattung aus der anstalt dagegen....muhahhaaaa.....ich hab mich zwischendurch echt weggeschmissen.....
    Haifisch......I.can´t. :-)))))
    Grüße, Isa

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  8. Liebste Duplo-Penny, das ist ja kaum zum aushalten. Du solltest eine Gefahrenzulage in der Anstalt beziehen. Ist ja furchbar übelst dort.

    Wie schön, dass du sogar noch an das Sockenbild denken kannst, bei dem ganzen SCH* um dich herum. Hoffe, es geht dir - zumindest körperlich - wieder besser. Das in der Anstalt wird sich wohl nie ändern.

    Aber ich kann dich beruhigen, anders wo ist auch an manchen Tagen zum brechen. Aber hey, noch 3 Wochen, dann hab ich -Trommelwirbel - eine Woche frei! Ist das nicht der absolute Wahnsinn?! Im übrigen habe ich beschlossen, einen Bestseller zu schreiben: Wie sie garantiert keinen Job bekommen. Die blödesten Fehler in der Bewerbungsphase.

    Tip 1: Wenn da ohne Mappe steht, dann heißt das auch ohne Mappe. Ist doch logisch, oder? Nein, scheinbar nicht. Beliebteste Frage unter den Bewerbern....*augenroll*

    Frische Grüße, Ulrike

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