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Freitag, 10. Juni 2016

Auch Raben werfen Stöckchen!

Ich habe ein komplett zersplittertes Display, lebe mit meinen beiden Jungs derzeit in einer zwar voll ausgestatteten FeWo, aber ohne Internetflat und wurde von den freundlichsten Raben auf Erden zum Stöckchenspiel eingeladen. Und weil ich das total dufte, überaus supidupi und voll knorke finde, möchte ich die sicherlich stundenlang durchdachten Fragen gerne beantworten.

Wenn Raben fragen...

1. Meer oder Berge

Mit großer Wehmut im Herzen denke ich an unseren Urlaub letzten Sommer in den Bergen. Ich weiß nicht, warum ich als Kind immer nur ans Meer wollte? Dieser Urlaub - der erste zu dritt - war ein Traum. Diese Landschaft, kristallklare Seen, Berge, das Läuten der Almkuhglocken...einfach Idylle pur. Nie war ich entspannter und der darauffolgende Urlaub am Meer hat das nicht aufholen können. Trotzdem liebe ich das Meer. Aber die Berge, die sind tief in meinem Herzen. 

2. Fast-Food oder 3-Gänge-Menü?

Definitiv die 3 Gänge. Gekocht von Herrn Herzmolekül. Erwähnte ich schon, dass ich mich auf unsere neue Küche wahnsinnig extrem freue? Ich bin regelrecht "so excited. Yeah. Yeah. Yeah!"

3. Wahrheit oder Pflicht!

Wahrheit. Ich hasse Lügen. Ich hasse Unaufrichtigkeit und komme damit nicht klar. 

4. Haus oder Wohnung?

Definitiv Haus. Ich fühle mich sonst eingeschränkt und mich nerven zudem andere Menschengeräusche tierisch an. 

5. Auto oder Fahrrad?

Ich "lüch" jetzt nicht und sage wahrheitsgemäß Auto. Wir wohnen jedoch demnächst ruhrpottisch-ländlich (ja, das geht!) und da werde ich mir ein Fahrrad mit Kindersitz zulegen. Herr Herzmolekül rollt dabei immer so herrlich mit den Äugsgen, weil er das furchtbar findet. ;)))

6. In der Disko: Theke oder Tanzfläche?

Ich hole mir an der Theke was Süffiges und dann tanze ich mir die Seele stundenlang frei. Also so war das sonst immer. So von 1996 bis etwa 2010, in meiner wilde Diskozeit. Damals als "I'm a Barbie-Girl" voll hipp war. 


7. Netflix oder Buch

Beides. Nur das Buch strengt mich meist sehr schnell an und ich bin dann so hundemüde. Und dann bin ich sauer auf mich, weil ich ja lesen und nicht schlafen mag. Und dann schalte ich Netflix an und...schlafe dann dabei irgendwann auf der Couch ein. Habe ich schon gesagt, dass ich eine sehr müde Person bin? 

8. Geld oder (Frei)-Zeit?

Ohne Moos, nix los. 
Generell ist mein Wesen aber eher so auf Freizeittyp ausgelegt. Ich denke aber, dass das bei mir ganz gut im Gleichgewicht ist. 

9. Delegieren oder selber machen?

Kommt drauf an. Was ich kann, mache ich gerne alleine. Was ich nicht kann (das weiß ich dann auch), gebe ich dann ab, wenn es wichtig ist, dass es perfekt ist. Ich scheue mich aber auch nicht, es trotzdem zu probieren. 

10. Kochen oder abwaschen?

Kochen. 
Haha, kleiner Witz. 
Ich esse lieber als dass ich koche. Oder ich backe. Backen ist toll. Und was nicht in den Geschirrspüler passt, wasche ich ab. Es passt aber glücklicherweise sehr viel in so ein Maschinchen. 

11. Offline-Urlaub: „bwaaahaha, nee!!!“ oder „oh, ja, endlich!!!“?

"Oooooh, ja"! Ich kann gut ohne leben. Also so für kurze Zeit. Für 8-9 Std. am Tag. Aber DANN muss ich kurz wissen, was in der Welt los ist. Also sagen wir so: Ich reduziere im Urlaub bewusst auf's Minimalste. 


So, ich bedanke mich für das Stöckchen, knibbel mir jetzt ein paar Mikrodisplayglassplitter aus dem Tippfinger und verbleibe mit einem "Happy Weekend"! 

Eure Penny, die feuchte Augen beim Anblick großer, lichtdurchfluteter Räume bekommt. ❤️









Montag, 9. Mai 2016

Vergrätzung

Hier geht es drunter und drüber. Und nicht in einem noch gemäßigten Drunterunddrübertempo, ne, ne: im Sauseschritt. Toll, jetzt habe ich mir einen lupenreinen Ohrwurm eingefangen: "Und ich düse, düse, düse im Sauseschritt. Und nehm die Liebe mit auf meinem Himmelsritt!" Wer das nicht kennt, der ist jung: Ja haaalloooooo, lieber junger Mensch auf meinem Blog. Alles stabil?

Stabil. Ein mehr als beknacktes Wort. So beknackt wie...äääh...ich finde gerade ist es meine Top 1 der beknackten Wörter. Und doch sagen es meine Schüler unentwegt: "Der is' voll stabil, der Ahmet, Frau Herzmolekül" oder "Staaaaabiiiiiil, Frau Herzmoleküüül, voll staaaaaabiiiiil von Ihnen!" 
Auf meine Frage woher dieses bescheuerte STABIL kommt, bekam ich eine stabil beknackte mir nicht ansatzweise einleuchtende Antwort. Sprachverfall! Der Sprachverfall ist nicht mehr aufzuhalten. Leute, passt auf eure Worte auf, die gehen umbemerkt flöten und werden einfach durch ganz, ganz grottige ersetzt. 
Ein Kampf gegen Windmühlen. Furchtbar. 

Im Zuge unserer Auswanderung (ist so. Wir wandern aus dem Zentralruhrpott an den idyllisch gelegenen Ruhrpottrand. Das ist wie auswandern!) haben wir uns um einen Kitaplatz für das Minimolekül gekümmert. Das war teilweise spektakulär. Wir haben uns dafür entschieden den kleinen Mann ab August in eine Minibetreuungsgruppe zu geben, sprich: maximal 9 Kinder und zwei Tagesmütter, die sich zusammentun, Räume anmieten und so einen Minikindergartenclub anbieten. Genau unsere Vorstellung von Betreuung. Fünf! dieser Einrichtungen haben wir (plus zwei Kita) nun besucht. Immer mit dem Miniherren dabei. Immer wieder mit anderen Reaktionen auf die Damen. Und umgekehrt. Da waren sehr offene Betreuerinnen, die auf ihn herzlich zugingen, dann die eher zurückhaltenden, die ihn erstmal in Ruhe ließen und die Ignoranten, die allen anwesenden Kindern beispielsweise gerade ein Stück Banane gaben und unser Kind jammernd und traurig daneben stand. Natürlich gibt man einem fremden Kind nicht einfach so etwas zu essen. Aber wir Eltern waren dabei, man hätte auch galant nachfragen können, ob unser Kleiner auch etwas haben darf und ihm dann etwas abgeben können. Also beschwichtigte ich ihn und tröstete und lenkte damit ab, dass im Auto gleich auch etwas für ihn da wäre. Sowas finde ich zum Kotzen.
 
Noch kotziger fand ich dann das weitere Prozedere: Die Tante druckste blöd rum, dass ja mehrere Kinder auf der Warteliste stehen würden und sie das mit ihrer Kollegin im Juni!!! entscheiden würden, welches Kind den Platz bekäme. Ähm, ja klar. Zudem faselte die Dame etwas von: "Das Alter muss ja zu den anderen Kindern passen. Wir nehmen jetzt nur ein November oder Dezemberkind 2014. Das passt dann zu Kind x. Oder ein Januar 2015 Kind, passend zu Kind y." Ooookaaaaaay! 
Nun, wir setzten (in der Not) unseren Zwerg erstmal auf die supibeliebte Warteliste und wussten aber schon beim Rausgehen: Das wollen wir nicht! Auf gar keinen Fall. 
Dann schauten wir uns DIE Einrichtung an, bei der das Minimolekül uns zeigte: "Leute, die Sache ist entschieden, ich bleib hier!"
Es passte einfach und wir bekamen sofort die Zusage für diesen Platz. 6,5 Tonnen Herzklotz leichter konnte ein wesentlicher Punkt endlich als geklärt betrachtet werden.

Dann klingelte vorletzte Woche das Telefon. Die "Ich gebe dir keine Banane und dein Geburtsmonat muss mit einem anwesenden Kind kompatibel zum weiß der Geier warum auch immer sein-Schrabnelle" rief mich mit folgendem Wortlaut an:
"Ja, guten Tag. Sie möchten doch gerne einen Betreuungsplatz haben. Ich habe seeeeeehr gute Nachrichten für Sie!"
"Ja?"
"Meine Kollegin und ich haben entschieden, dass Sie zusammen mit Ihrem Sohn am 1. Mai zum Elterngrillen (hahaha, nicht monatskompatible Erzeuger werden geopfert. Spanferkelgrillen mal anders) einladen. Und dann kommt noch ein anderes Kind und wir entscheiden dann gemeinsam mit den anderen Eltern welches der beiden Kinder wir dann aufnehmen!"

Ich musste wirklich innehalten. Ich bin ja nicht so der diplomatische Typ und sage frei heraus, was ich denke. Aber da war selbst ich zunächst perplex. DAS konnte ja nur ein ganz STABILER WITZ sein.
"Wir haben kein Interesse an Ihrem Platz. Danke!"
"Aber Ihr Kind ist klarer Favorit. DAS ist ja schade!"
"Dann fällt Ihnen die Auswahl ja nicht schwer!", konnte ich noch halbwegs wohlerzogen formulieren, ehe ich das Gespräch beendete.
In was für einer OBERBEKNACKTEN COMPETITIONWELT leben wir eigentlich, dass man heutzutage für einen Betreuungsplatz als Eltern und - was noch viel, viel schlimmer ist - als Kind  einem unfreiwilligen Wettbewerb ausgesetzt wird? 
Was sind das für Betreuungsgranaten, wenn sie solch eine Philosophie leben?
Ich bin noch immer regelrecht sauer. Stinkesauer. Man stelle sich dieses Grillen nur einmal vor. Hätten die anwesenden Eltern dann per Händchenheben, per Stimmzettel oder was weiß ich per irgendwas dann in unserem Beisein darüber abgestimmt, welches Kind bleiben und welches gehen darf? 
Hätte man dem "Verliererkind" die Wurst aus der Hand gerissen und gesagt: "Tut mir leid, du musst jetzt mit deiner Mama und deinem Papa gehen. Du hast VERLOOOOOREN?"
Geht's noch?

Ich möchte das NIE-NIE-NIEMALS wieder erleben. Die Welt da draußen ist ohnehin und früh genug ein Kampf. Ein steter Wettkampf. Um gute Noten. Einen guten Ausbildung- oder Studienplatz. Um ein gutes Leben. Ich verwehre mich dagegen, dass ein nicht mal 1,5 Jahre altes Menschlein - wenn auch unbewusst - in dieses System gezwungen wird. Und ich gehe noch weiter: ich protestiere dagegen. Ich werde mich schützend vor unser Kind werfen und so lange es geht dafür sorgen, dass er KIND sein kann. Unbeschwert. Unbelastet. Und vor allem UNVERGLEICHLICH!!

Eure sehr entrüstete Penny,
die so unfassbar froh ist, wenn wir endlich, endlich in unserem neuen Heim leben können, aber bis dahin fahren noch viele Bauschuttcontainer die Straße entlang! ❤️



Sonntag, 17. April 2016

"Bitte gib mir nur ein Wort"

16 Monate und 11 Tage. Eine kurze Zeit eigentlich. Aber eine so intensive und lehrreiche. Eine Zeit voller Neuerungen. Momentan geht alles wie im Sauseschritt. Manchmal komme ich gar nicht hinterher, wenn der Minimolekülmann schon wieder etwas Dazugelerntes von jetzt auf gleich kann. Es ist wahnsinnig faszinierend und aufregend. Er läuft und rennt und mittlerweile spielt er richtig fangen, indem er auch hinter uns herläuft. Er kann so viel und ich möchte es nicht versäumen gelegentlich mal einige dieser Dinge aufzuschreiben. Also widme ich mich heute mal ganz schwerverliebt den Worten und Gesten:

Mama
Papa
Oma
Opa
Bagger-> Babba (Lieblingswort derzeit)
Auto
Doktor -> Dotder
Katze -> Kate
Popo
Heiß -> heich
Brezel -> ze(l)
Puppe
Gut -> dut
Super -> upa (klatschen)
Wie groß bist du? -> Arme hoch
Buch -> Bu
Bär
Kekse -> Kekde
Wasser -> Hawa
Hallo -> Hallo oder Halla
Treker -> Decka
Fön -> Wwwwwww-Geräusch mit Pusten und Haarwuschelhandbewegung
Müde -> Augen reiben und Kopf mit flacher Hand abstützen
Hund -> Wau Wau
Schaf -> Määääh
Kuh -> Muuuuuh
Essen -> Happ (woher auch immer)
Wenn etwas runterfällt -> bumm
Autogeräusch -> bruuuuuuummmmmmm
Hopp -> Hops
Banane -> Nane
Bauchnabel -> Bau
Paula -> Pau oder P-la
Sid -> Did
Eichhörnchen -> Eich
Hase -> Haaaaa-se
Wie macht die Muschel? -> Händchen auf- und zuklappen
Wie macht die Krabbe? -> am Bauch "zwick zwick zwick" machen
Wie macht der Igel? ->"Piiiiiiek Piiiiiiiek Piiiiiiek" am Bauch machen
Wie macht der Fisch? ->Blubb
Ente
Wie macht der Schmetterling? -> Arme hoch und Flügelbewegung
Sonne -> Done
Wie macht das Schiff? -> Tuuuuuuuut
Wo ist das Ohr/die Nase/ der Mund/ der Bauch(nabel)? -> Körperteile zeigen
Wenn jemand niest -> Haaaaata (Hatschi)
Wie macht das Pferd? -> Hüüüüh
Wie macht der Löwe? -> Bruuuuuuaaaaaar
Affe 
Krokodil -> Dododo
Da
Wie machen die Räuber? -> waaaaaaaaaah
Eule -> Eu
Martinshorn nachmachen -> Tütatüta
Mann (man) 
Rutsche - Rutde
Müll/Dreck -> Baaaaaah
Ball 
Aaaaahjaaaaa
Ja
Nein
Hände waschen -> Geste
Zähne putzen -> Finger im Mund als Zahnbürste
kämmen -> Haare durchwuscheln
Gesicht eincremen -> Geste
Aua

Ich habe bestimmt noch etwas vergessen, aber egal. 
Es macht einfach große Freude diesen kleinen Menschen beim Erkunden dieser Welt begleiten zu dürfen. Es ist ein Wunder. Und zwar eines, was von seinem Zauber kein Milligramm verloren hat seit dem Tage seiner Geburt. Ganz im Gegenteil: Ich wache morgens auf und bin vom Anblick dieses wunderschönen Kindes einfach geflasht! ❤️


Die Kleinigkeiten sind es, die dich zu dem machen, der du bist! 

Eure Penny, die sich vermutlich dringend einen Zahn ziehen lassen sollte, aber so wahnsinnig schissig ist! ❤️

Sonntag, 10. April 2016

Oft kopiert - nie erreicht: DU!?

Hallo ihr strubbeligen Hühner (und Hähne. Hähne sind ja eigentlich noch viel mehr des Strubbelns fähig wegen des Kamms...aber ob sich hier Hähne hinverirren...?),

ich bin ja derzeit als Bobby, die Baumeisterin unterwegs und komme nur zum Twittern. Da bin ich aber für mein Empfinden regelrecht (ich muss bei REGELRECHT immer an Stups denken. Und an Ingo. Und an WAAGERECHT. SÄGEBRECHT. Und das ist widerlich ehrlich gesagt, aber egal) fleißig. Und als Baumeisterin bin ich auch nur gedanklich im Einsatz, denn wir haben noch gar nicht die Schlüssel fürs Heim. Aber das ist eine andere Geschichte, die zu erzählen ich jetzt gar nicht will. 

Ich lese momentan ganz viele verschiedene Blogs (Twitter sei dank, denn da tummeln sich wirklich interessante Menschinnen) und viele von ihnen greifen ganz oft Themen auf, die mich berühren. Ansprechen. Oder mir sogar aus der Seele sprechen. 
Und dann lese ich entsprechende Artikel und denke mir: "Auf den Punkt gebracht. Da brauchst du gar nichts mehr zu zu schreiben. Alles gesagt!"

Und manchmal lese ich Dinge, die mich dann zu weiterführenden Ideen bringen. Die mich nachdenklich machen und mich dazu anregen selber mal wieder etwas zu schreiben. 
Beispielsweise die Sache mit der Individualität des Einzelnen. Sowohl des Kindes als auch des Erwachsenen. 
Ich bin so ein Mensch, der seitdem er denken kann seinem eigenen Kopf hat. Der oftmals einen Weg gegangen ist, der für die breite Masse nicht Mainstream gewesen ist. Und nicht-mainstreamige Wege sind ja in den Mainstream-Köpfen der Untergang. 
Meine Erziehung hat mir das nicht allzu leicht gemacht, denn ich bin nicht so freigeistig erzogen worden, wie ich es mir für jedes Kind wünschen würde. 
Ich bin mit Floskeln wie: "Das macht man nicht" und "Was sollen denn die Leute sagen" großgeworden. Und vor allem damit, dass elterliche Entscheidungen und ein elterliches NEIN nicht hinterfragt werden dürfen. Überhaupt waren Diskussionsversuche meinerseits nicht angebracht. 
Von klein auf wurde mir versucht mainstreamiges Handeln als richtiges (und zwar einzig richtiges) zu verkaufen. 
Aber ich war schon früh recht gewieft und tat das, was meine Eltern als stur und eigensinnig und eben falsch bezeichneten: Ich war ich!
Und ich schien nicht so ganz in ihr Erziehungskonzept zu passen, weil es eben ungemütlich von Elternseiten war. Ein Kind, das Erklärungen möchte? Ein Kind, das Entscheidungen und Verbote hinterfragt? Das gab es in ihren Köpfen nicht und doch gab es mich: Erstgeborene und aus welchem Grund auch immer REBELLIN! 
Es war nicht so, dass ich mich in der Schule rebellisch gehen ließ oder als Steinewerferin die Fensterscheiben der Nachbarschaft unsicher machte. Nein, ich war nur nicht bereit sämtliches "Das macht man nicht!" still und unauffällig zu akzeptieren und dann wurde es eben ungemütlich daheim. 

Mit den Jahren fand ich immer mehr meinen Weg. Der hatte auch Mainstream-Züge, allerdings nur frei gewählte: weil ich es so wollte. Weil mir etwas gefiel, auch wenn das dann eben teilweise massenkonform war. 
In der Schule stieß ich mit meiner Persönlichkeit auf Freunde wie Feinde. Jungs waren meist umgänglich und fanden meine ehrliche Art gut. Mädchen eher weniger. Ich war eben eine eher unangenehme Großschnauze. Schleimte mich nicht ein. Sagte, was ich dachte und spielte niemandem Sympathie vor, wenn er es mir nicht sympathisch war. Für mich war das normal. Für viele Mädchen war es unangepasst und anstrengend, da ich mich nicht an die "Ach-du-bist-soooo-hübsch-lass-mich-deine-Freundin-sein-Regeln" hielt. 

Aber natürlich hatte ich auch Freundinnen, aber Mädchenfreundschaften waren immer in meinen Augen problembehaftet. Beispielsweise diese Nachkauf-Freundinnen. Ich hatte etwas gekauft, einen Tag später trug die Freundin exakt die gleiche Jacke oder Hose. Das störte mich sehr. Ich kämpfte Zuhause für mein "Ich" und dann wurde ich im Freundeskreis imitiert? Ging gar nicht. 

Ich will nicht sagen, das meine Kindheit und Jugend total daneben waren, aber es war definitiv nicht einfach für mich. Vielleicht war aber auch genau das ziemlich gut, denn wäre ich sonst die Penny, die hier diese Zeilen tippt? Wäre ich so freigeistig, wenn es "normal" gewesen wäre das zu tun, was man fühlt und nicht das, was man tun sollte?

Ich hoffe es! Denn unser kleiner Minimolekülmann wird anders aufwachsen. Er bekommt immer für alle Herausforderungen, die er annimmt, egal ob er an ihnen scheitert oder sie überwindet, egal ob er Entscheidungen trifft, die nicht in unserem Sinne sind, egal ob er mutig oder ängstlich ist, Anerkennung und Lob!

Wir werden ihn bestärken. Immer. 
Und ihm das gesunde Selbstbewusstsein mit auf seinen Weg geben, dass ER - so wie er ist (wie er lacht und lebt und wütet und moppert und küsst und denkt) -PERFEKT ist. 

Und das wünsche ich einem jedem. Seid keine billige Kopie von irgendwem. Seid mutig einfach IHR zu sein. Mit Ecken und Kanten. Denn DAS seid ihr. Ein einzigartiges Molekül auf diesem Planeten! Unverwechselbar. 


Eure Penny, die jetzt mal verschweigt wie lange sie für diesen Post gebraucht hat. Und dass ihr Laptop (okay, ich habe ihn letztlich verhauen, aber ER hat angefangen) das Zeitliche gesegnet hat, das sage ich an dieser Stelle auch nicht. ❤️


  



Donnerstag, 7. April 2016

Falls es überhaupt interessiert?

Ich habe sechsunddreißig Posts in der Hirnpipeline. Einer ist schon halb geschrieben, aber ICH.KOMME.ZU.NICHTS!
Also guuuut, das ist etwas geschwindelt: Ich bin extrem schwere Malocherin - in allen Belangen. 
Aber für das Schreiben eines langen Posts bräuchte ich gerade Zeit. Und die bietet sich nur abends. Und abends bin ich so müde und faultierig. Also SORRY!

Wo ihr mich tagtäglich antrefft, ist beim Zwitschervogel Twitti-Twitter. Unter @herzmolekuel lasse ich mich gerne mal in der 140 Zeichen Kurzfassung über so ziemlich alles aus. 

Haltet die Ohren steif -> ich versuche das auch. 

Eure Penny, deren Minimolekül das erste Mal beim Haareschneiden war. Ähm HALLOOOOOOO? ❤️

Montag, 21. März 2016

Wir werden Mauern einreißen.

Manchmal hat man in seinem Gehirn (bei mir ist es das mit der Dauerparty, ihr wisst schon...) einen Plan. Man legt sich ihn fein zurecht, spricht ihn mit dem Gehirn des Partners ab, upgradet und updatet sich, entwirft eventuell noch weitere Zusatzpläne und kehrt dann zufrieden und urgemütlich in den Alltag zurück. 
Träume im Kopf, der tägliche Wahnsinn des Lebens im Jetzt und Hier; alles schick. 

Und dann geschieht das Leben. Und oft ist es das Leben Anderer, somit auch das Gehirn Anderer, das einem durch die Gemütlichkeit einen fetten Strich durch die Rechnung macht. Das ist zunächst äußerst unangenehm, denn sind wir mal ehrlich: Was unsere Pläne und Gehirne anbelangt, da sind wir schon eigen und wollen selbstbestimmerisch sagen, wo es langgeht. 

Im November 2015 traf es dann uns. Uns fegte ein nicht bestellter unangenehmer Wind - und zwar so einer, der meine Frisur gänzlich zerstörte und unsere Hirne mächtig durchpustete - um die Ohren und wir standen da und wussten nicht wie uns geschah. 
Nachdem wir uns sammelten, zwischendurch mit Phasen der Resignation und der Wut, ach was rede ich da, besonders ich war regelrecht ANGEPISST, herrschte purer Aktionismus. Und der war anstrengend, vor allem für unsere Gehirne. Und für die Seele. Denn die wurde ja auch nicht nach ihrem Einverständnis gefragt. 
Irgendwann, zwischen halben Nervenzusammenbrüchen und dieser tiefen Wut, schlug das alles bei mir in sonnige Zuversicht um. Einfach so. 
Mein Hirn scheint zwar etwas zu brauchen, aber ich wusste einfach, dass ALLES wieder in Ordnung käme. Und ich besinnte mich darauf, dass doch eigentlich ALLES sowieso gut IST, weil wir uns haben. Gesund und munter und bis zum Rand voller Liebe! 
Was sollte schon passieren?

Die Monate vergingen und wir dachten und dachten und schauten uns um. Wägten ab. Sagten oft "NEIN! DAS ist es nicht!" und eines recht närrischen Februarmorgens, da kam es in mein Herz geschlichen. Ich stellte es mir vor. Und konnte uns sehen. Und ich sagte zu meinem Herrn Herzmolekül: "Siehst du uns da auch?"
Erst war er zögerlich. Traute sich gar nicht "Ja" zu denken. Wagte sich nicht an einen neuen Plan. Vorerst. 
Und dann fing auch er langsam, ganz zaghaft, daran zu denken. Es sich vorzustellen und Wände herauszureißen. 

Und nun ist es klar: Familie Herzmolekül wagt das Abenteuer Altbau kaufen, sanieren und leben. Und zwar wunderschön. Das weiß ich jetzt schon, weil ich es fühle und sehen kann. 
Es wird nun eine wahnsinnig chaotische, anstrengende Zeit (in der wir uns gegenseitig mit Sicherheit ab und an mächtig anschnauzen werden), aber sie wird sich lohnen. Sie wird ein Kinderparadies schaffen, diese Zeit. Sowohl drinnen wie draußen. Sie wird eine wunderschöne Kindheit in herrlicher Gegend schaffen, diese Zeit. Und sie wird auch uns beiden Großen ein ganz schönes Zuhause erschaffen, diese Ackerzeit, die da nun folgt!

Ich freue mich wahnsinnig darauf. 
Mein Gehirn hat den neuen Plan bereits abgespeichert, Herr Herzmolekül hat die neueste Version hochgeladen und jetzt geht es los: ganz bald!


Pläne im Kopf sind gut und wichtig. Aber ohne Zeitplan. Den braucht es nicht, macht doch das Leben ohnehin was es will! 

Lasst euch eure Träume nicht nehmen. Speichert sie an einem geheimen Hirnort und irgendwann lebt ihr sie dann. 

Eure seeeeehr aufgeregte Penny, die übrigens ohne Architekten Wände einfach eingerissen hätte...wenn da nicht dieser übervorsichtige Mann an meiner Seite wäre! ❤️


Sonntag, 13. März 2016

Night fever

Puuuuh, ich werde alt. 
Oder die Schüler werden einfach immer...sagen wir...pflegebedürftiger?
Ooooder - was echt krass wäre - ich werde alt und parallel dazu werden die Schüler anstrengender!
DAS wäre echt die ungünstigste Konstellation und doch ist es wohl die logischste Erklärung für das, was gerade in mir vorgeht. 

Ich bin nämlich einfach kaputt. Und das liegt nicht (nur) am seeeehr niedlichen und frechen und fordernden Minimolekül, sondern vielmehr an den großen Kindern, die mich in den Unterrichtsstunden permanent an den Rande des Wahnsinns treiben. 
Und das ist neu. Ernsthaft. So geballt ist es sonst nie zu der Zeit. 

Ich habe ja schon in den letzten Posts kleine Einblicke gewährt, aber das jetzt...puuuh...da fehlen selbst mir die Worte. 
Ehrlich gesagt will ich dafür auch gar keine Worte finden. Nö! 
Und so zähle ich brav die verbleibenden Schultage, vertwittere meinen schulischen Alltag derzeit recht häufig und erwarte die Ferien. 

Eigentlich habe ich noch so einige Themen offen, die mich reizen. Oder sagen wir: Über die es sich lohnen würde zu schreiben. 
Aber das meiste davon ist noch so strubbelig in meinem Kopf, das braucht noch. Gut, könntet ihr hier einwerfen, du schreibst ja ziemlich oft frei Schnauze und dann würde ich sagen: "Na, na, na! Ja, stimmt!" Aber egal. 

Ich sag's frei raus: In meiner Hirse findet seit geraumer Zeit eine extrem laute Gedankenparty statt. Und zwar so eine mit Schwarzlicht. Und ich trage ein heißes Partyoutfit. Schwarz, aber woooohoooop! Nur Gäste, also andere Partypeople sind nicht so viele geladen. Herrn Herzmolekül, tja, den lasse ich zwar meist an den Bodyguards vorbei, ach, was rede ich da, der steht konsequent auf der Gästeliste, aber wie das nunmal so mit den Leuten ist, er will gar nicht immer mitfeiern. Oder er will, aber zu einer anderen Musik. Oder ihm ist es zu laut. Oder die Lieder wiederholen sich. Und dann muss er leider den Dancefloor verlassen. 
Während ich diese Zeilen tippe, muss ich lachen. Ich belüge mich selbst. "Findet derzeit [..]"...haha...ich LEBE in einer Gedankenparty. Eigentlich immer. Es gibt schließlich immer etwas zum Bedenken. 
Bloß jetzt ist meine Party eher dem Motto: "Let's plan!" verfallen. Und Herr Herzmolekül plant erst bei spruchreifen Dingen. 
Wisst ihr, das ist in etwa so bei uns:
Wenn wir uns gedanklich beispielsweise mit einem Autokauf befassen, dann denkt Herr Herzmolekül eher so: "Nächstes Jahr im Sommer überlegen wir mal, ob wir was Neues kaufen!" Punkt. Thema durch. Danke. Tschüß!
Und ich dann so: "Aaaaah, neues Auto. Ich guck mal nach, wo es passende Händler gibt. Ich guck mal nach, welche Farbe. Also DIE Innenausstattung ist toll. DAS brauchen wir unbedingt. Ich guck mal gleich nach, ob unser Wunschkennzeichen da ist. Also, wenn wir den Wagen im Juli kaufen, dann fahren wir damit ja in den Urlaub, oooooder? Was haben die denn für Sonnenrollos für hinten..." DENK. DENK. DENK. 

Und dann tippt er mir manchmal mitten im Gedankentänzchen auf die Schulter. Erst ganz sachte, dann eindringlicher. 
Und wenn ich mich dann umdrehe, steht er da. Mit meinem eigenen, von mir engagierten Bodyguard und trägt mich widerwillig nach draußen, damit ich frische Luft schnappe. 

Ja, so sieht es derzeit in meinem Gehirn aus. Also in Teilen. 
Und weil das so ist und hier so viel Gedankendiskotime ist und ich zwischendurch noch normal lebe und mich am Minimolekül tagein, tagaus erfreue, plätschert der Blog gerade so etwas vor sich hin. 

Aber ich bin noch da und freue mich über jeden Einzelnen von euch da draußen (falls noch jemand da ist?)!

Seid ihr auch manchmal auf eurer eigenen Party? 

Eure Penny, deren Minimolekül so schön wirklich alles nachspricht und bereits mit seinem zweiten Paar Schuhe (Gr. 21) diese Welt erobert. ❤️