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Montag, 10. Oktober 2016

Go-Gong bei 7+2 (ein Rückblick)

In mir flattern zwei schlagende Herzen. In etwa 1 cm großen Babies. Unglaublich.
Unglaublich übel ist mir auch. Ich wusste nicht, wie viel man brechen kann. Manche Tage sind besser, manche einfach ziemlich schlimm. Dazu bleiernde Müdigkeit. Nahezu komatös bin ich. Und das mit Kleinkind und Beruf. Uff. Das haut mich gerade so um, bin bereits mittwochs nach meinem Unterricht absolut erschöpft. Der Kleine darf und soll aber nicht zu kurz kommen. Nach der KiTa wird gespielt. Gekuschelt. Zusammen Mittagschlaf gehalten. Getobt. 
Abends dann geht nicht mehr viel.  

Ich liebe das alles. Meine Familie, die ich jeden Tag um mich habe und die zwei kleinen flimmernden Herzwürmer. 

Wir sollten Lottospielen, ganz vielleicht. ❤️ 

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Die Wege des Dienstherrn sind unergründlich und auch sonst ist's schräg

Vorgeschichte:
Vor zwei Wochen - als noch niemand von unserem dynamischen Duo wissen sollte - kam es zu einem unangenehmen Vorfall in meiner Schule. 
Ein mir bis dato unbekannter Schüler schubste mich absichtlich und ziemlich harsch zur Seite, als ich gerade dabei war meinen Klassenraum zu betreten. Der Grund war trivial und liest sich kindisch (leider ist das aber mein tagtägliches Erleben): Einer meiner Schüler hatte ihm seine Mütze vom Kopf gerissen, rannte damit in den Raum und der andere wetzte ihm nun völlig fokussiert auf dieses Pillepalleding hinterher. Stieß mich gegen die Wand und ich schrie ihn fassungslos an, dass er aber mal ganz sofort verschwinden soll. 
Danach war ich wirklich aufgewühlt. Emotional sind die Klassen, die ich unterrichte, auch unschwanger eine Herausforderung, aber DAS ging mir einfach gefühlsmäßig komplett zu weit. I
Ich saß nach Unterrichtsende etwa 20 Minuten völlig geladen, wütend und auch ziemlich erschrocken im Auto und traute mich nicht loszufahren, weil ich so voller Adrenalin war. 
Zuhause heulte ich mich richtig aus und Herr Herzmolekül wurde stinkesauer. Wir beschlossen, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt wäre die Schulleitung über die Schwangerschaft und natürlich über den Vorfall zu unterrichten. 

Gesagt, getan. 
Der Schulleiter schickte mich - so ist das offizielle Prozedere - zur amtsärztlichen Untersuchung (welche nur ein lachhaftes Gespräch ist, der Eine oder Andere erinnert sich vielleicht noch an die Berliner Schnauze?) um mir bestätigen zu lassen, dass ich trotz Schwangerschaft weiter unterrichten darf. 

Das Gespräch - oder: Woll'n Sie mich verarschen?

Natürlich hatte der kleine Minimolekülmann am Tag der Untersuchung Fieber. KiTa fiel aus, Mann war arbeiten, also nahm ich den Knirps kurzerhand mit. 
Und was ich da erlebte, werde ich - so originalgetreu und unübertrieben wie möglich - in Dialogform wiedergeben. Denn DAS muss man erlebt haben. 

"Frau Herzmolekül, ich stelle Ihnen ein paar Fragen! Unterrichten Sie potentiell aggressive Kinder und Jugendliche?"

"Ja (es folgte eine Erläuterung des Vorfalls sowie eine ausführliche Beschreibung meines Schülerklientels)."

Der Amtsarzt machte daraufhin einige Kreuze auf einem Formular, aus dem hervorgeht, dass er zu einem absoluten Beschäftigungsverbot rät (bei Umgang mit aggressiven Jugendlichen).
Dann ging das Gespräch weiter, das hat jetzt nichts mit der eigentlichen Thematik zu tun, ist aber so abgefahren schräg, dass ich es gerne aufschreiben würde. Wer nur zur Thematik weiterlesen will, möge mit seinen kleinen Äuglein zur nächsten fetten Überschrift hopsen.

"Soll ich Ihnen noch was über die chemischen, physikalischen und psychischen Gefahren aufklären?"
"Nein. Das brauchen Sie nicht. Ich habe keine weiteren Fra..."
"Also gut. Zu den chemikalischen Gefahren...die Mama (wendet sich zum malenden Minimolekül), trinkt ja kein Wasser aus Plastikflaschen, nech? Und die Mama isst auch keinen abgepackten Käse, weil der dem Baby auch schadet. Da sind Weichmacher drin, das weiß die Mama ja, ne?"

"Die Mama trinkt natürlich Wasser auch aus Plastikflaschen."

"Was? Damit schadet die Mama aber ihrem Baby. Das will die Mama aber nicht und ab jetzt lässt sie das sein..."

Alter Falter, ich war auf 180. Wäre der Zwerg nicht dabeigewesen, hätte ich mich komplett vergessen. Stattdessen sagte die Mama:

"Die Mama bekommt sogar ZWEI BABIES!", und dachte sich nur: Du dummer Arsch. Mein MuPa liegt vor dir. Den hast du dir angeblich angeguckt. Dann solltest du das wissen!!!!

"Jetzt wirklich? Dann muss die Mama aber noch viel mehr aufpassen. Sie wissen ja, dass Sie sich immer schön die Hände waschen müssen? Und dass Sie sich nicht mehr einfach so eincremen dürfen. Denn in vielen Cremes ist ja Alkohol enthalten und dann trinken Ihre Babies ja Alkohol. Aber das weiß die Mana ja alles, nech? 

Die Mama verkloppte den Schwachmaten vor ihrem geistigen Auge. Blanker Hass sprühte aus meinen Poren. Ich schaute den Irren nicht mal mehr an und widmete mich des Minimoleküls künstlerischen Seins. 

"Und die Mama tankt jetzt auch nicht mehr. Denn dann atmen die Babies ja das Benzol ein. Und das schadet ihnen gaaaaaaaaaanz schlimm!"

In meinen Gedanken (ich hab' da sehr hässliche) schmiss ich ihn gerade richtig wunderschön einen hohen Turm runter und genoss den Aufprall. 

"Und die Mama sagt ihrem Körper jetzt immer VORHER, dass sie dich gleich hochhebt. Denn sie darf jetzt ja gar nicht schwer tragen. Und wenn sie morgens aufsteht und ihre Zähne putzt, dann sagt sie das ihrem Rücken, damit er nicht aus Versehen einen Nerv einklemmt!"

Und die Mama haut dich gleich. Ganz feste. 

"Und die Mama lässt jetzt immer nur die Freude in ihre Seele. Dafür ist sie jetzt verantwortlich. Denn wenn die Mama keine Freude in sich lässt, dann haben die Babies auch keine Freude. Und welche Auswirkungen das hat, das wissen wir erst, wenn die Kinder nach Jahren in eine THERAPIE müssen."

Die Mama - also ICH - war jetzt bereit in echt zu töten. Ohne Skrupel. Deswegen signalisierte ich dem Verrückten, dass das Gespräch (also sein einseitiger Monolog) EXAKT hier beendet sei,  nahm mein Kind und ging. 

Das Urteil
Mit der Empfehlung des Psychopathens ging ich zur Schule. Der Schulleiter ließ sich von mir zusätzlich schriftlich geben, welche aggressiven Verhaltensweisen ich oftmals erleben muss. 
Dies leitete er dann an die zuständige Dienststelle. 
Diese verstand natürlich überhaupt nicht, dass ich ein Beschäftigungsverbot erhalten sollte und so kam es dann kurz und knapp zu der Entscheidung:
Wir wissen zwar, was wir wissen, aber hey: No risk, no fun. 
Solange noch NICHTS SCHLIMMES passiert ist, kann die Frau Herzmolekül bitte/danke weiterhin ihren Dienst leisten. 

Das Jetzt
Und so fahre ich nun zur Schule, unterrichte weiterhin verhaltensgestörte Schüler, führe Gespräche mit ihren Bewährungshelfern und bete einfach, dass NICHTS passiert. 

Eure Penny, die schon auch so'n wenig dieses System verteufelt. ❤️


 

Dienstag, 4. Oktober 2016

Hello World

Hier stand ein Text. Ein seeeeeeeehr langer sogar, liebevoll zusammengewurschtelt während einer meiner derzeit wieder ewig dauernden Minimoleküleinschlafbegleitungen (okay, ohne das Einschlafen so richtig damit zu erzielen, aber das steht hier gerade nicht zur Debatte!).
Und dann habe ich einige Tage verstreichen lassen, immer mal wieder ein paar Formulierungsgedanken im Gehirn versteckt und tja...letztlich alles gelöscht. Weil's schon auch ziemlich pennylike geschrieben ist und es wirklich umfangreich dargestellt war und generell passte, aber dann irgendwie doch nicht. 

Es ist konfus, aber da müssen wir jetzt alle durch. Ich erlaube mir zu schreiben: Ich darf das. 
Ich darf so Einiges. 

Mich beispielsweise von Schülern gerade konsequent auf die Palme bringen lassen oder von der Bürokratie des Lehrerdaseins. Darf ich alles. 

Ich darf mir gerade die wildesten Träume, wenn ich denn in die Tiefschlaftraumphase gelange (das Minimolekül...)
angucken und nicht wegrennen, weil das geht ja in den meisten Träumen unpraktischerweise nicht. 
Ich darf mir unser wirklich wunderschön gewordenes Haus angucken, durch die Zimmer streifen und laut denken: "Ah, ja, das könnte passen. So funktioniert's sicher!"

Ich darf Herrn Herzmolekül mit meinen wirren Gedanken beeindrucken (also seiner Meinung nach nicht, aber naja, mit Verlaub: Die zählt da gar nicht) und ich darf durch's Internet stöbern und mich in dessen schier endlosen Shoppingwelten verirren.   
Einiges ist voll gut von dem, was ich darf!

Ich darf nervös und vorfreudig und total panisch und voller Liebe und Sorge und Zuversicht und zwischendurch dann wieder dezenter Panik unser schönes Leben leben und genießen. 

Und mir über meinen Bauch streicheln. 
Das darf ich auch. 
Darf ja jeder. Also jeder bei sich natürlich. 

Ich hingegen streichle mir über meinen Bauch und darf das große Glück, die wahnsinnige Achterbahnfahrt mit einer weiteren Schwangerschaft erleben. 

Denn ja: Wir werden wieder Eltern. 

Und es sind zwei. 
Zwei verdammt süße Paddelbabies in meinem Bauch. Jetzt gerade. Da drinnen.  


Ich sage also: "Hello World!"
I am back. Mit zwei weiteren Molekülen im Gepäck!


Freitag, 8. Juli 2016

Sänk ju

Ich danke dem Erfinder der Sommerferien heute ganz herzlich, dass ich davon profitiere, dass er oder sie so eine hervorragende Idee hatte. Ehrlich jetzt. 

Bin durch. Gänzlich. 

Mittwoch, 6. Juli 2016

Ob der Holzmichel noch lebt, weiß ich nicht.

Ja isses denn wahr - ein kurzes Lebenszeichen von meinem (noch immer) sehr gesplitterten Display aus und mal so am Rande:
Die Geniusbarmenschen mögen jetzt sauer auf mich sein, aber ich sollte letztens MIT TERMIN 5 Stunden im hässlichen, obergrätzigen Centro mit dem Minimolekülmann verweilen, damit das Display ausgetauscht wird, und Zeit...tja Zeit ist gerade ein seeeeeeeehr rares Gut. Und die, die da ist, verbringe ich sicher nicht im Centro. 

Ich weiß gar nicht, was ich derzeit schreiben sollte. Es passiert so viel und in meinem Kopf herrscht so ein wahnsinnig ulkiges Partypeople-Konfettidurcheinander, so wie ich es mir bei der guten, ranzigen Naddel vorstelle, wenn sie mal wieder zu tief ins Bierfass gelinst hat. 
Dabei hätte ich sogar mal ein paar richtig hochbrisante Themen/Gedanken, jene ich eigentlich mal verschriftlichen möchte. Da machste nix, das Leben hat mich voll im Griff und ehrlich gesagt ist das recht cooliocool. Ich mag das nämlich. 

Aber irgendwann in den nächsten Monaten, wenn ich nicht alle 6 Stunden 500 MB für 5!€ (Hallo Vodafone!) hinzubuchen muss, wenn ich in unserer wahnsinnig schönen Küche in weißem Kaschmir gekleidet mein weißes Notebook in einer Anmut aufklappe, wie sie nur eine kaschmirtragende Superfrau besitzt, haue ich hier wieder einen supidupi Post nach dem anderen raus. 

Bis dahin könnte ich natürlich sehr viel über mein Wissen bezüglich des Treppenfönens referieren oooooooder euch darüber berichten, wie wirklich schön ich Natursteine finde, aber ich fürchte das wäre seeeeehr langweilig für die drei Menschen, die hier noch lesen. Und dann sind die auch noch weg und dann ist die Molekülwelt ganz einsam und verlassen und...ach...ich werde sentimental. 


Ich fasse zusammen: Den Herzmoleküls geht es gut!*

*bis auf den Bandscheibenvorfall des Mannes
*ausgenommen die Gereiztheit, weil diverse Handwerker eeeeeeeeewig im Haus brauchen und wir von denen demnächst mal ganz keck Miete verlangen. 
*bis auf die Tasache, dass ich unsere eigenen Dinge vermisse, die noch eingelagert sind

Noch zwei Tage Schule. 
Yeah. Yeah. 

Eure Penny, die gleich zu Wales hält! ❤️

Freitag, 10. Juni 2016

Auch Raben werfen Stöckchen!

Ich habe ein komplett zersplittertes Display, lebe mit meinen beiden Jungs derzeit in einer zwar voll ausgestatteten FeWo, aber ohne Internetflat und wurde von den freundlichsten Raben auf Erden zum Stöckchenspiel eingeladen. Und weil ich das total dufte, überaus supidupi und voll knorke finde, möchte ich die sicherlich stundenlang durchdachten Fragen gerne beantworten.

Wenn Raben fragen...

1. Meer oder Berge

Mit großer Wehmut im Herzen denke ich an unseren Urlaub letzten Sommer in den Bergen. Ich weiß nicht, warum ich als Kind immer nur ans Meer wollte? Dieser Urlaub - der erste zu dritt - war ein Traum. Diese Landschaft, kristallklare Seen, Berge, das Läuten der Almkuhglocken...einfach Idylle pur. Nie war ich entspannter und der darauffolgende Urlaub am Meer hat das nicht aufholen können. Trotzdem liebe ich das Meer. Aber die Berge, die sind tief in meinem Herzen. 

2. Fast-Food oder 3-Gänge-Menü?

Definitiv die 3 Gänge. Gekocht von Herrn Herzmolekül. Erwähnte ich schon, dass ich mich auf unsere neue Küche wahnsinnig extrem freue? Ich bin regelrecht "so excited. Yeah. Yeah. Yeah!"

3. Wahrheit oder Pflicht!

Wahrheit. Ich hasse Lügen. Ich hasse Unaufrichtigkeit und komme damit nicht klar. 

4. Haus oder Wohnung?

Definitiv Haus. Ich fühle mich sonst eingeschränkt und mich nerven zudem andere Menschengeräusche tierisch an. 

5. Auto oder Fahrrad?

Ich "lüch" jetzt nicht und sage wahrheitsgemäß Auto. Wir wohnen jedoch demnächst ruhrpottisch-ländlich (ja, das geht!) und da werde ich mir ein Fahrrad mit Kindersitz zulegen. Herr Herzmolekül rollt dabei immer so herrlich mit den Äugsgen, weil er das furchtbar findet. ;)))

6. In der Disko: Theke oder Tanzfläche?

Ich hole mir an der Theke was Süffiges und dann tanze ich mir die Seele stundenlang frei. Also so war das sonst immer. So von 1996 bis etwa 2010, in meiner wilde Diskozeit. Damals als "I'm a Barbie-Girl" voll hipp war. 


7. Netflix oder Buch

Beides. Nur das Buch strengt mich meist sehr schnell an und ich bin dann so hundemüde. Und dann bin ich sauer auf mich, weil ich ja lesen und nicht schlafen mag. Und dann schalte ich Netflix an und...schlafe dann dabei irgendwann auf der Couch ein. Habe ich schon gesagt, dass ich eine sehr müde Person bin? 

8. Geld oder (Frei)-Zeit?

Ohne Moos, nix los. 
Generell ist mein Wesen aber eher so auf Freizeittyp ausgelegt. Ich denke aber, dass das bei mir ganz gut im Gleichgewicht ist. 

9. Delegieren oder selber machen?

Kommt drauf an. Was ich kann, mache ich gerne alleine. Was ich nicht kann (das weiß ich dann auch), gebe ich dann ab, wenn es wichtig ist, dass es perfekt ist. Ich scheue mich aber auch nicht, es trotzdem zu probieren. 

10. Kochen oder abwaschen?

Kochen. 
Haha, kleiner Witz. 
Ich esse lieber als dass ich koche. Oder ich backe. Backen ist toll. Und was nicht in den Geschirrspüler passt, wasche ich ab. Es passt aber glücklicherweise sehr viel in so ein Maschinchen. 

11. Offline-Urlaub: „bwaaahaha, nee!!!“ oder „oh, ja, endlich!!!“?

"Oooooh, ja"! Ich kann gut ohne leben. Also so für kurze Zeit. Für 8-9 Std. am Tag. Aber DANN muss ich kurz wissen, was in der Welt los ist. Also sagen wir so: Ich reduziere im Urlaub bewusst auf's Minimalste. 


So, ich bedanke mich für das Stöckchen, knibbel mir jetzt ein paar Mikrodisplayglassplitter aus dem Tippfinger und verbleibe mit einem "Happy Weekend"! 

Eure Penny, die feuchte Augen beim Anblick großer, lichtdurchfluteter Räume bekommt. ❤️









Montag, 9. Mai 2016

Vergrätzung

Hier geht es drunter und drüber. Und nicht in einem noch gemäßigten Drunterunddrübertempo, ne, ne: im Sauseschritt. Toll, jetzt habe ich mir einen lupenreinen Ohrwurm eingefangen: "Und ich düse, düse, düse im Sauseschritt. Und nehm die Liebe mit auf meinem Himmelsritt!" Wer das nicht kennt, der ist jung: Ja haaalloooooo, lieber junger Mensch auf meinem Blog. Alles stabil?

Stabil. Ein mehr als beknacktes Wort. So beknackt wie...äääh...ich finde gerade ist es meine Top 1 der beknackten Wörter. Und doch sagen es meine Schüler unentwegt: "Der is' voll stabil, der Ahmet, Frau Herzmolekül" oder "Staaaaabiiiiiil, Frau Herzmoleküüül, voll staaaaaabiiiiil von Ihnen!" 
Auf meine Frage woher dieses bescheuerte STABIL kommt, bekam ich eine stabil beknackte mir nicht ansatzweise einleuchtende Antwort. Sprachverfall! Der Sprachverfall ist nicht mehr aufzuhalten. Leute, passt auf eure Worte auf, die gehen umbemerkt flöten und werden einfach durch ganz, ganz grottige ersetzt. 
Ein Kampf gegen Windmühlen. Furchtbar. 

Im Zuge unserer Auswanderung (ist so. Wir wandern aus dem Zentralruhrpott an den idyllisch gelegenen Ruhrpottrand. Das ist wie auswandern!) haben wir uns um einen Kitaplatz für das Minimolekül gekümmert. Das war teilweise spektakulär. Wir haben uns dafür entschieden den kleinen Mann ab August in eine Minibetreuungsgruppe zu geben, sprich: maximal 9 Kinder und zwei Tagesmütter, die sich zusammentun, Räume anmieten und so einen Minikindergartenclub anbieten. Genau unsere Vorstellung von Betreuung. Fünf! dieser Einrichtungen haben wir (plus zwei Kita) nun besucht. Immer mit dem Miniherren dabei. Immer wieder mit anderen Reaktionen auf die Damen. Und umgekehrt. Da waren sehr offene Betreuerinnen, die auf ihn herzlich zugingen, dann die eher zurückhaltenden, die ihn erstmal in Ruhe ließen und die Ignoranten, die allen anwesenden Kindern beispielsweise gerade ein Stück Banane gaben und unser Kind jammernd und traurig daneben stand. Natürlich gibt man einem fremden Kind nicht einfach so etwas zu essen. Aber wir Eltern waren dabei, man hätte auch galant nachfragen können, ob unser Kleiner auch etwas haben darf und ihm dann etwas abgeben können. Also beschwichtigte ich ihn und tröstete und lenkte damit ab, dass im Auto gleich auch etwas für ihn da wäre. Sowas finde ich zum Kotzen.
 
Noch kotziger fand ich dann das weitere Prozedere: Die Tante druckste blöd rum, dass ja mehrere Kinder auf der Warteliste stehen würden und sie das mit ihrer Kollegin im Juni!!! entscheiden würden, welches Kind den Platz bekäme. Ähm, ja klar. Zudem faselte die Dame etwas von: "Das Alter muss ja zu den anderen Kindern passen. Wir nehmen jetzt nur ein November oder Dezemberkind 2014. Das passt dann zu Kind x. Oder ein Januar 2015 Kind, passend zu Kind y." Ooookaaaaaay! 
Nun, wir setzten (in der Not) unseren Zwerg erstmal auf die supibeliebte Warteliste und wussten aber schon beim Rausgehen: Das wollen wir nicht! Auf gar keinen Fall. 
Dann schauten wir uns DIE Einrichtung an, bei der das Minimolekül uns zeigte: "Leute, die Sache ist entschieden, ich bleib hier!"
Es passte einfach und wir bekamen sofort die Zusage für diesen Platz. 6,5 Tonnen Herzklotz leichter konnte ein wesentlicher Punkt endlich als geklärt betrachtet werden.

Dann klingelte vorletzte Woche das Telefon. Die "Ich gebe dir keine Banane und dein Geburtsmonat muss mit einem anwesenden Kind kompatibel zum weiß der Geier warum auch immer sein-Schrabnelle" rief mich mit folgendem Wortlaut an:
"Ja, guten Tag. Sie möchten doch gerne einen Betreuungsplatz haben. Ich habe seeeeeehr gute Nachrichten für Sie!"
"Ja?"
"Meine Kollegin und ich haben entschieden, dass Sie zusammen mit Ihrem Sohn am 1. Mai zum Elterngrillen (hahaha, nicht monatskompatible Erzeuger werden geopfert. Spanferkelgrillen mal anders) einladen. Und dann kommt noch ein anderes Kind und wir entscheiden dann gemeinsam mit den anderen Eltern welches der beiden Kinder wir dann aufnehmen!"

Ich musste wirklich innehalten. Ich bin ja nicht so der diplomatische Typ und sage frei heraus, was ich denke. Aber da war selbst ich zunächst perplex. DAS konnte ja nur ein ganz STABILER WITZ sein.
"Wir haben kein Interesse an Ihrem Platz. Danke!"
"Aber Ihr Kind ist klarer Favorit. DAS ist ja schade!"
"Dann fällt Ihnen die Auswahl ja nicht schwer!", konnte ich noch halbwegs wohlerzogen formulieren, ehe ich das Gespräch beendete.
In was für einer OBERBEKNACKTEN COMPETITIONWELT leben wir eigentlich, dass man heutzutage für einen Betreuungsplatz als Eltern und - was noch viel, viel schlimmer ist - als Kind  einem unfreiwilligen Wettbewerb ausgesetzt wird? 
Was sind das für Betreuungsgranaten, wenn sie solch eine Philosophie leben?
Ich bin noch immer regelrecht sauer. Stinkesauer. Man stelle sich dieses Grillen nur einmal vor. Hätten die anwesenden Eltern dann per Händchenheben, per Stimmzettel oder was weiß ich per irgendwas dann in unserem Beisein darüber abgestimmt, welches Kind bleiben und welches gehen darf? 
Hätte man dem "Verliererkind" die Wurst aus der Hand gerissen und gesagt: "Tut mir leid, du musst jetzt mit deiner Mama und deinem Papa gehen. Du hast VERLOOOOOREN?"
Geht's noch?

Ich möchte das NIE-NIE-NIEMALS wieder erleben. Die Welt da draußen ist ohnehin und früh genug ein Kampf. Ein steter Wettkampf. Um gute Noten. Einen guten Ausbildung- oder Studienplatz. Um ein gutes Leben. Ich verwehre mich dagegen, dass ein nicht mal 1,5 Jahre altes Menschlein - wenn auch unbewusst - in dieses System gezwungen wird. Und ich gehe noch weiter: ich protestiere dagegen. Ich werde mich schützend vor unser Kind werfen und so lange es geht dafür sorgen, dass er KIND sein kann. Unbeschwert. Unbelastet. Und vor allem UNVERGLEICHLICH!!

Eure sehr entrüstete Penny,
die so unfassbar froh ist, wenn wir endlich, endlich in unserem neuen Heim leben können, aber bis dahin fahren noch viele Bauschuttcontainer die Straße entlang! ❤️