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Mittwoch, 9. Dezember 2015

Dein Name im Herzen eintätowiert.

Mein Baby,

heute vor einem Jahr hast du dein Zuhause bezogen. Wir legten dich ganz behutsam auf deinen Wickeltisch und packten dich aus deiner Teddybärkuscheljacke. Du warst so winzig. So molekülklein. So mororeflexig. So knautschig. So du. 

Heute begrüßtest du den Tag noch recht freundlich. 
Wir waren bei deiner U6 und du wurdest geimpft. Alles verlief vormittags nach Plan. 

Was nicht so nach Plan lief, war der frühe Mittag und der bisher restliche Tag. Fieber. Hohes, hohes Fieber. Fiepender Atem, schleimiger Husten und ein laufendes (ja wohin läuft es denn) Näslein: deine miesen Lumpenbegleiter. 

Nun liegst du gerade im Papa-und-Mamabett auf meinem Bauch. 
So wie am Tage (und viele Monate danach) deiner Ankunft. Du bist arg erschöpft und atmest nun endlich etwas ruhiger. Dieser Schlaf war dir stundenlang vergönnt und nun hast du zur Ruhe gefunden. 

Du bist deutlich schwerer als am 9.12.2014.
Du hast eine vollere, längere Haarpracht. 
Und du hast in dem letzten Jahr wahnsinnig viele Dinge dazugelernt. 

Und doch riechst du. Und atmest du. Und kuschelst du. Und bist du du - wie vor einem Jahr. 

Und weil das so ist, so muss ich dir hiermit mitteilen, dass du immer mein kleines Kuschelbaby sein wirst. 

Ob bezahnspangt. Bepickelt. Behaart. Beschwipst (wehe dir..). Beleidigt oder beirgendwas. Das haste nun davon. ❤️

Sonntag, 6. Dezember 2015

Mein Nikolauswunder

Während du gerade deinen ersten Mittagsschlaf als Einjähriger machst, möchte ich dir gerne so Vieles aufschreiben, weil in mir ein gewaltiger Molekültanz tobt.

Ich will dir gerne schreiben wie glücklich du uns, deinen Papa und deine Mama und all deine anderen Familienmitglieder machst. Du strahlst und umarmst wirklich jeden, den du lieb hast, an. 
Du bist so fröhlich, neugierig und schaust so verdammt clever drein, dass mein Herz ein jedes Mal vor Liebe platzt. 

Ich schätze mich unendlich glücklich, dass ich deine Mama sein darf. 

Bitte sei heute nicht verwirrt, wenn ich manchmal weine, mein Baby. 
Ich weine, weil ich heute - ein ganzes Jahr später - noch immer dieses Wunder deiner Geburt fühle. 
Mein Herz schwappt heute so über vor lauter schönen Gefühlen, wenn ich an den Tag deiner Planetenankunft denke. 
Ich rieche dich. Ich sehe dich. Ich halte dich. 

Und du? 
Du küsst mich in den letzten Tagen so oft als spürtest du, dass etwas Besonderes bald anstehen würde. 

Mein Minimolekül, ich habe eigentlich nur einen Wunsch, der jedoch nicht bescheiden klingt.
Und der mir, deiner rührselig veranlagten alten Mutter einen fetten Kloß in den Hals treibt. 

Dennoch wünsche ich dir von Herzen, dass du irgendwann einmal erfassen kannst oder bestenfalls fühlen wirst, wie unfassbar sehr du geliebt wirst. Von mir. 

Ich liebe dich,

Deine Mama, die jetzt arg verheult ist! ❤️

Samstag, 5. Dezember 2015

Genau

Genau heute vor einem Jahr, es war gegen 14 Uhr, kündigtest du deine Ankunft auf diesem Planeten an. 
Genau heute vor einem Jahr, fast genau auf die Minute, konnten wir nur erahnen wie unendlich du von nun an unser Leben bereichern würdest. 
Genau heute vor einem Jahr baute dein Papa noch morgens deinen Laufstall zusammen. 

Genau heute stehe ich in der Küche und backe für deinen morgigen ersten Geburtstag, während du mich unterhältst.


Genau heute baut dein Papa deinen Laufstall wieder ab, während ich ihm dabei zusehe und mir die Tränen vor Glück, aber auch etwas Wehmut die Wangen runterlaufen. 


Dienstag, 1. Dezember 2015

Herz ist Trumpf

Ich werde unzählig oft danach gefragt, wie ich das - besonders in meiner speziellen Schule - aushalte?
Meistens antworte ich das Gleiche: "So schlimm ist es nicht" oder "Sie haben alle Herz, man muss es nur manchmal hinter den Masken, den Vorstrafen und geplanten Straftaten ausbuddeln!"
Mein Gegenüber nickt dann immer ganz brav, aber mir wird dann auch klar, dass er oder sie eben doch nicht nachvollziehen kann...

Es ist Freitag. Die Luft längst raus, alle fiebern dem Wochenende entgegen.
Ich bitte die Jungs sich über folgende Fragestellung Gedanken zu machen:

"Stelle dir vor du bekämst 200€, die du nur für dich behalten darfst. Was würdest du damit machen?"

Die nun folgenden Antworten sind exakt so - auch in der Reihenfolge - gegeben worden


-Ich kaufe mir Air Max und den Rest gebe ich meinen Eltern

- Ich stecke das Geld ein und kaufe mir dann, wenn ich Hunger habe, einfach das Essen, was ich möchte. 

- Ich spare das Geld

- Ich kaufe meinem kleinen Bruder (1 Jahr) alles, was er braucht. Es soll ihm gutgehen und er soll es mal besser machen als ich. Also in der Schule und so.

- Ich tanke meinem Vater das Auto voll und mit dem Rest mache ich Party

- Unser Toaster ist kaputt. Ich kaufe meiner Familie einen neuen, den Rest spare ich. 

-Ich spare alles

- Ich kaufe mir auf dem Markt Anziehsachen. Für 200€ bekomme ich dort Unterhosen und Socken und Hosen und Schuhe. Eben alles, was ich dringend brauche. Ich benötige keine Markensachen. Hauptsache ich muss nicht frieren und habe etwas zum Anziehen. 


Besonders letztere Aussage klingt nach Märchen. Ist es aber gewiss nicht. 
So wie alle anderen Aussagen auch ehrlich und spontan aus ihnen "herausrutschen" ohne Scham, so formuliert auch der letzte Schüler seinen Wunsch völlig ungeniert. Frei. Mauerlos. 

Keiner lacht oder kommentiert irgendwas mit einem dummen Spruch. Man hört sich zu, nickt und erzählt dann, was man selber mit dem Geld machen würde. 

Das geht ans Herz, wenn ich sie da so im Traum Geld ausgeben lasse, was die Meisten mit Sicherheit so schnell nicht zur Verfügung haben werden. 
Wenn ich die vielen selbstlosen Gedanken wahrnehme, die pure Menschlichkeit, dann weiß ich einfach, dass es richtig ist GENAU hier zu arbeiten. Mit diesen verwirrten Seelen. 

Natürlich ist es in der nächsten Stunde dann genauso verrückt wie eh und je:
Einer wirft seinen Tintenkiller mit voller Wucht durch die Klasse: "Ich wollte Hassan treffen!" "Das Problem ist du hast nicht HASSAN, dafür aber knapp mein Auge getroffen!" Und ein Anderer gibt Dario solch einen heftigen Bodycheck, dass dieser "übatrieben krass" mit dem Stuhl zur Seite kippt, was wiederum Florian mächtig auf die Palme bringt, der neben dem Umfaller sitzt und gerade versuchte eine Papierschwalbe zu falten, die nun zerknickt wurde. 
Aber all das macht nicht so viel aus. Ich habe nie gesagt, dass sie fehlerfrei sind. Oder Benehmen haben.
Ich sage nur: Sie haben ihr Herz am richtigen Fleck. 
Und für mich zählt das eben. 
Benehmen kann man erlernen. 
Fehler kann man korrigieren. 

Aber so ein Herz. So ein richtiges, warmes, pulsierendes Herz, das kann dir niemand in deine Eishöhle setzen! 


Das Herz zählt. Bei dir. Bei mir. Bei uns allen. 
Vergesst das nie! 

Eure Penny, die mit dem Minimolekül an der Hand sich fragt, wo das Jahr geblieben ist? ❤️

Freitag, 20. November 2015

Es ist

Es ist nicht wichtig, wie. 
Es ist nicht wichtig, mit wem. 
Es ist nicht wichtig, in welcher Form oder an welchem Ort oder in welchem Land. 
Es ist nicht wichtig, dass da kleine oder große Hürden sind. 

Es ist nicht wichtig, dass dein Nachbar den Rasen genau dann mäht, wenn du es dir auf deiner Terrasse gemütlich machst. 

Es ist nicht wichtig, dass die Zahnpasta offen herumliegt und die leere Klorolle nicht ausgetauscht wurde. 

Dass die langen Haare den Abfluss verstopfen, das ist auch nicht wichtig. 

Es ist nicht wichtig, dass jeden Tag die Sonne scheint. 
Wenn es regnet, nimm dir einen Schirm. Oder stelle dich irgendwo unter, das ist nicht wichtig. 

Es ist nicht wichtig, dass das Leben besonders spannend oder besonders langweilig oder besonders besonders ist.  

Es ist nicht wichtig, wenn die Nächte schlaflos bleiben. Von Gedanken wachgehalten, von dem Kindelein, von dir selbst! Das ist nicht wichtig. 

Es ist nicht wichtig, dass alles immer glatt läuft. Dass alles perfekt ist. Nein, nicht wichtig! 

Wichtig ist nur, dass du lebst. 
Dass du jeden Tag einatmen und ausatmen kannst (manchmal geht das schwerer als an anderen Tagen, weil der Klotz im Bauch oder Herzen so fies ist), das ist wichtig. 

Wichtig ist nur, dass du deine Familie hast. Deinen Mann. Oder deine Frau. Deine Tochter. Deinen Sohn. Deine Eltern. Deine Geschwister. Deinen Hund oder deine Katze. 
Alle, die deine Familie sind, die sind wichtig. 

Es ist wichtig, DASS du lebst. Dass du den Regen und den Sturm, den nervigen Nachbarn, die offene Zahnpastatube, die Pappe der Klorolle und die langen Haare im Waschbecken ERleben kannst. 
Dass du nicht davor Angst haben brauchst, dass dir das alles von JETZT auf GLEICH genommen wird.

DAS ist wichtig. Nur DAS zählt. 

Lebe DEIN Leben. Mach das BESTE aus dir und aus jedem dir geschenkten Tag. 

Penny ❤️



Für meine liebe Kollegin H., Mutter zweier Söhne, Ehefrau, Tochter, Schwester und Freundin! ;(





Sonntag, 15. November 2015

Verschollen

Okay, vollkommen verschollen bin ich nicht, aber etwas untergetaucht. 

Das hat zum Einen mit der Anstalt zu tun. Wir haben letzte Woche Socken-Schneemänner gebastelt und dazu gefährliches Werkzeug benutzt: eine Heißklebepistole. 
Niemand hat gebrannt. Und niemand hat etwas damit verbrannt. Also abgesehen von Waldemars* Fingerkuppe, an jener nun eine Moosgummimohrrübennase wohnt. Aber sie fühlt sich sehr wohl dort, weswegen ich sie auch nicht unsanft abgerissen habe. 
Aber nicht die Bastelei selber ist der Grund meiner Abstinenz, sondern der Stress drumherum: viele geistig eingeschränkte Partypeopleeltern besuchen mich derzeit, die mir glaubhaft versichern, dass "Hakan-Ekrem-Yves* ab jezz lernen wird" und so weiter...

Einer Muddi sind die prallen Hupen die ganze Zeit aus ihrem Polyesterausschnitt gepurzelt und mir war echt übel! 
Nix gegen Möpse...aber das war dann doch zu viel des Guten. 

Zum Anderen geht es in der heimischen Molekülwelt turbolent zu. Für meinen Geschmack zum Jahresende etwas ZU EXTREM turbolent, aber wir wären nicht die Herzmoleküls, wenn wir das nicht wuppen würden. Zusammen schaffen wir alles. ❤️
Um das aber gerade zu wuppen, bedarf es intensiver Wuppzeit. 
Und das Minimolekül, dieser herzallerliebste schönste Minimensch, der bekommt natürlich hauptsächlich sehr viele Kuschel- und Spielzeit, sodasss der Tag gerade eigentlich 34 Stunden haben müsste! Hat er aber nicht, also bleibt der Blog gerade etwas auf der Strecke. 

Wird wieder anders. Bleibt alles anders.  

Lasst euch von NICHTS aus der Bahn werfen!

Eure Penny, die dem ersten Geburtstag des kleinen Mannes entgegenfiebert. Und dem RUNDEN Eischlüpftag des besten Gattens des Planeten. 

❤️

*Namen frei erfunden. Die Geschichten dazu nicht. 



Donnerstag, 5. November 2015

Zu viel

- Claus Klebers schiefes Gesicht und die damit unumgängliche Frage nach dem wahrhaftigen Grund?

- der tiefe Fall des SV Werders und der einhergehenden Herzschwere meinerseits (und auch vom Herrn Herzmolekül, aber der ist ja mehr so der Typ: "Ich tue so als bricht mir das nicht das Herz und dann ist es auch so!")

- meine mich sehr beschäftigende Thematik bezüglich Weihnachtsdekofarbwahl

- das Ende der Grey's Staffel, bei dem ich HALLELUJA Rotz und Wasser geflennt habe 

- die ein oder andere Episode aus meinem (manchmal wünschenswert tristerem) Unterrichtsalltag

- das Hoffen auf "NEIN, die gruselig hellwache Nacht von gestern auf heute war NICHT der Anfang einer neuen Phase" und der Drang die realitätsferne Werbeagentur, jene den Slogan "damit schlafen Sie wie ein Baby" in diesen Kosmos setzte mal zu fragen, ob überhaupt einer von denen jemals ein Baby hatte? Denn Babies schlafen nicht. Also nicht viel. Und besonders nicht so tief und fest, als dass es zum Werben für ein Arzeimittel reicht. Aber gut...

- mich ab und an heimsuchende Ängste. Teuflische. Mir Tränen in die Augen treibende. Hässliche. Und zwar so schäbige, dass mein Herz droht stehenzubleiben 

- mein mit Liebe überfülltes Herz, was ich hier ab und an echt auskippen muss

Und so weiter und so fort. 

All das gäbe es gerade hier, auf meinem Planeten, zu besprechen. 

Aaaaaaber: Ich hab Stress. Ich bin müde. Und so kommt das alles peu á peu. 


Ich muss nachdenken: Samstag. Neuer Spieltag. Wie - verdammte Scheisse - soll ich aus'm Pott agieren? 

Eure verrückte Penny, die ihre Haare hasst und das als Punkt oben vergessen hat und die morgen vor elf Monaten Mama wurde! ❤️