ich bin erst seit kurzem wieder auf dem Molekülplaneten gelandet und ich muss sagen, dass die Ankunft irgendwie - naja sagen wir durch Anpassungsschwierigkeiten problembehaftet ist.
Wenn man seinen Kosmos für eine Weile verlässt und man seine Liebsten dabei hat UND es dann in der Parallelwelt wunderwunderwunderhübsch ist, dann ist es einfach anfangs etwas schwer sich wieder auf gewohnter Tanzfläche zu bewegen.
Und so war es eben, dass der Abschied von unserem ersten seeeeeehr almigen Urlaub zu dritt mein gewaltiges molekulargeladenes Herz traurig gestimmt hat.
Ich kann gar nicht genau sagen, was so ausschlaggebend war, aber diese intensive Beieinanderzeit, diese Stille, das in den Tag Hineinleben und dazu noch diese wunderwunderwunderjajaschongut Umgebung, herrje, i wollt net fort!
Der Minimolekülmann war ebenfalls total entspannt, meisterte Hin- und Rückfahrt ganz, ganz toll und bei jeder noch so kleinen Rast musste ich ihn deswegen - ich würde mutmaßen ein Mamapsychologe attestierte mir 'ne lupenreine, klar auf der Hand liegende Knutschzwangshandlung - abküssen.
Und da er mittlerweile laut in verschiedenen Nuancen lachen und kichern kann, ist das für mich eine Bestätigung, dass ich mich nicht therapieren lassen brauche! Yeah!
Nun ist es jedenfalls so, dass wir wieder zurück sind und da Herr Herzmolekül und ich ja manchmal witzige Eigenarten haben, reden wir seitdem eben im Urlaubsdialekt weiter, was bei Ede*a an der Kasse ("i moag a Tascherl hab'n!") oder beim Kinderarzt ("Freilich bin i g'impft, Herr Doktor!") zwar für leichte Irritationen sorgt, aber "des is mia schnuppe!"
Mia san mia und der Ruhrpottmensch als solcher ist im Normalfall total volle Kanne krass anpassungsfähig, was ja auch kein Wunder ist, wenn man beispielsweise auf unserer Straße wohnt! Denn hier wird Anpassung GROSS geschrieben. Und eigentlich mit scharfem S! Aber das sieht so "deppert" aus...
Ich schweife wie ein Komet ab, also zurück.
Anpassung, ja, also hier ist es so, kaum daheim, dass unsere Fähigkeit seeeehr (über)strapaziert wird.
Es wird gehupt, irgendein Vollspacken (die heißen hier echt so) fährt mit 120, statt mit den geforderten 30 km/h an unserem Haus vorbei, während die vollspackige Hardcoretechnomukke mit Wummerbass dafür sorgt, dass das soeben ins Traumreich entschlummerte Minimolekül eine Vibrationsmatratzenmassage sondergleichen erhält, die es aus dem vermutlich total schönen "Was ich demnächst mit meinen bisher zwei Zähnen zerbeißen werde"-Traum entreißt, was es wiederrum extrem wütend macht. Verständlicherweise.
Wir passen uns dem an und schlummern das kleine Wesen dann eben zu allen erdenklichen Abenduhrzeiten wieder ein.
Oooooder, das ist mein Lieblingsanpassungsthema, unsere Einfahrt. Derer sich gerne andere Leute insofern "bedienen" als dass sie sie zuparken. Der Gatte rangiert da meist noch irgendwie raus, ich aber - als zünftig Angepasste - bleib dann einfach dahoam und kauf den Kasten Sprudel und 50 Liter Blumenerde zu Fuß!
Und deswegen komme ich hier auch langsam an, reagiere nicht mehr mit einem wasserfallartigen Heulhyperventilieranfall, wenn ich statt herrlichem Kuhglockengebimmel im Ohr und dem Gipfel vor Augen, den Rauch der örtlichen Müllverbrennungsanlage praktisch riechen kann.
Wie bitte fühlt sich der Bewohner der südlichen Gefilde dieses Landes oder der Österreicher/Schweizer, wenn er mal auf Stippvisite im Ruhrgebiet ist?
Tun wir euch unentwegt unfassbar leid?
I kann's versteh'n. I tua mia a leid! Heut'!
Morgen kann es wieder anders werden, aber solang suhle ich mich wie ein Spanferkelchen in den Erinnerungen des herzergreifend tollen Urlaubs, denke an die Tonnen Kasspatzen, Topfenknödel, Apfelstrudel (...), die in meinen Magen ein- und nie wieder zurückgekehrt sind und sag wie es ist: "I komm wieda!"
Habt es herrlich.
Eure Alm- und Bergsehnsuchts-Penny ❤️